02 Woche im Advent
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 18, 12–14
In jener Zeit fragte Jesus seine Jünger:
Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück, geht hin und sucht das verirrte?
Und wenn er es findet – Amen, ich sage euch: Er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.
So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.
Tagesimpuls
So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht. (Mt 18,14)
Jesus legt uns die Verlorenen ans Herz. Es wundert sehr, dass er von einem Verlorenen redet, wo doch so viele verloren umherirren. Damals war es nicht anders. Jesus sprach damals von den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Und wenn wir dann noch an die damaligen Heiden denken, alle nichtjüdischen Völker, die hätte Jesus bestimmt nicht als gefunden betrachtet. Also waren die Juden die verlorenen Schafe, und die Heiden erst recht. Damals wie heute gab es so viele Verlorene!
So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.
Trotzdem gibt es auch die andere Seite, dass jemand ursprünglich schon zu Jesus dazugehört hatte – also zur Kirche, zu seiner Herde – sich jetzt aber abgesondert hat. Diese Menschen gibt es auch. Und auch diesen Menschen sollen wir nachgehen. Für mich ist das nie so einfach, weil ich mich anderen nicht aufdrängen möchte. Vielleicht wäre jemand dankbar, wenn ich ihm nachgehen würde, andererseits sollen sich die Menschen auch nicht von mir unter Druck gesetzt fühlen. Manche müssen von ganz allein zurückkommen. Dann soll ich mich eher ruhig verhalten wie der Vater beim Gleichnis vom verlorenen Sohn.
So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.
Was ist richtig? Nachgehen oder Abwarten? Wenn ich jetzt zu einer Antwort gezwungen würde, dann würde ich sagen: Man sollte auf jeden Fall ein Gesprächsangebot machen. Wenn der andere es aber nicht will, dann muss man warten.
So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.
Es ist auch sehr wichtig, wie die Motivation unseres Herzens ist. Will ich einen guten Mitarbeiter zurückgewinnen, weil es auch für mich, für mein Projekt, für meinen Erfolg gut ist? Oder geht es mir um den Menschen selbst? Wenn wir aus Liebe handeln, dann kann es nicht falsch sein, auch wenn der andere unsere Liebe abweisen sollte.
Gebet:
Jesus, es gibt so viele Verlorene, und wir können oft so wenig tun. Aber wir wollen trotzdem immer wieder einladen und Brücken bauen, damit Menschen zu dir kommen können. Zeige uns, wie wir gut mit denen umgehen, die sich offensichtlich von dir entfernen. Hilf uns, mit Liebe auf sie zuzugehen.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
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pastor.bohnen@kirche-selfkant.de
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