02 Woche im Advent Freitag
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 11, 16–19
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:
Mit wem soll ich diese Generation vergleichen? Sie gleicht Kindern, die auf den Marktplätzen sitzen und anderen zurufen:
Wir haben für euch auf der Flöte gespielt und ihr habt nicht getanzt; wir haben die Totenklage angestimmt und ihr habt euch nicht an die Brust geschlagen.
Denn Johannes ist gekommen, er isst nicht und trinkt nicht und sie sagen: Er hat einen Dämon.
Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt und sie sagen: Siehe, ein Fresser und Säufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch hat die Weisheit durch ihre Taten Recht bekommen.
Tagesimpuls
Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt und sie sagen: Siehe, ein Fresser und Säufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! (Mt 11,19)
Wenn Menschen mich ablehnen oder kritisieren, dann werde ich häufig getröstet mit den Worten: „Sie können es nicht jedem Recht machen. Allen Leuten Recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann!“ Daran erinnern mich die Worte Jesu. Es gibt viele Wege, wie man auf die Leute zugehen kann. Man möchte sie ansprechen, sie abholen dort wo sie stehen, man möchte sich auf sie einstellen, aber letztlich nützt das alles nichts, wenn die Menschen nicht wollen.
Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt und sie sagen: Siehe, ein Fresser und Säufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!
Wir können die schönste Liturgie feiern, uns Mühe geben mit einer herzlichen Willkommenskultur, wir können die Menschen zu wunderbaren Programmen einladen, wenn sie nicht wollen, dann wollen sie nicht. Und das heißt nicht, dass wir etwas falsch gemacht hätten. Das heißt aber auch nicht, dass wir nicht immer wieder neue Bemühungen starten sollten, um auf die Menschen zuzugehen. Wir sollen immer wieder die Netze auswerfen, aber es muss uns auch klar sein, dass es nicht so sehr auf die Methoden ankommt.
Der Menschensohn ist gekommen, er isst und trinkt und sie sagen: Siehe, ein Fresser und Säufer, ein Freund der Zöllner und Sünder!
Wenn ich beobachte, was Menschen motiviert hat, sich Jesus zu nähern, dann waren es in meinen Augen zwei Dinge: Einmal, dass wir als Zeugen authentisch sind und uns nicht verbiegen. Wir sind ehrlich und leben und verkündigen die Weisheit (wie Jesus es hier sagt) in dem Vertrauen, dass Jesus sich selbst den Menschen zeigt. Das andere ist die Liebe, das ehrliche Interesse an den Menschen. Die meisten Menschen gehen irgendwohin, wenn sie jemanden kennen, der da auch hingeht, wenn sie mit jemanden mitgehen können. Und genauso ist es bei Jesus. Wenn ich selbst gehe und jemand anderen liebevoll einlade, dann ist das eine große Chance, dass er auch mitgeht.
Gebet:
Jesus, du siehst alle unsere Bemühungen zur Evangelisierung. So viele Menschen haben dich noch nicht kennengelernt. Bitte bewahre uns vor Entmutigung, wenn unsere Bemühungen nicht fruchten und hilf uns, trotzdem immer weiterzumachen. Danke für alle, die du schon zu dir geführt hast.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
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