Heiliger Stefanus
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 10, 17–22
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Nehmt euch vor den Menschen in Acht! Denn sie werden euch an die Gerichte ausliefern und in ihren Synagogen auspeitschen.
Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt werden, ihnen und den Heiden zum Zeugnis.
Wenn sie euch aber ausliefern, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt.
Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.
Der Bruder wird den Bruder dem Tod ausliefern und der Vater das Kind und Kinder werden sich gegen die Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken.
Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.
Tagesimpuls
Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden. (Mt 10,20)
Ich erinnere mich an einen Kondolenzbesuch. Die Verstorbene war eine treue Kirchgängerin. Beim Gespräch betonten die Kinder mit großem Respekt, dass sie immer zur Messe gegangen ist. Manchmal kam es vor, dass sie bei einer Familienfeier vom Kaffeetisch aufgestanden ist, um zur Vorabendmesse zu gehen. Anschließend kam sie zurück und setzte sich wieder an den Tisch, mit der größten Selbstverständlichkeit.
Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.
Ich kenne aber auch andere Situationen. Es gibt Menschen, denen von Seiten der Familie immer wieder große Vorwürfe gemacht werden, wenn sie zur Kirche gehen, selbst an Hochfesten wie Weihnachten. Sie würden angeblich damit die Familie zerstören, weil sie sich vom gemeinsamen Programm ausschließen würden. Hier bewahrheiten sich schon die Worte von Jesus: „Kinder werden sich gegen die Eltern auflehnen.“ Ganz schlimm kann es in Familien werden, die einer anderen Religion angehören, wenn einer sich zu Jesus bekehrt und beginnt, sich der christlichen Gemeinschaft anzuschließen. Bedenken wir: Als Jesus diese Worte sprach, da war es normal, dass die Menschen nicht Christen waren. Wenn sich damals jemand bekehrte, dann wurde das als Verrat an seiner bisherigen Religion gewertet.
Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.
Wir dürfen also dankbar sein, solange sich niemand beschwert, dass wir zur Kirche gehen und in der christlichen Gemeinschaft teilnehmen. Wenn wir aber doch mit unserem Glauben provozieren, dann sollen wir auf Gott vertrauen. Er wird uns die Worte eingeben, die wir dann sagen können. Wir sollen für Gott Zeugnis geben in einer immer mehr säkularisierten Welt. Wir Christen dürfen nicht stumm sein. Unsere Stimme muss gehört werden. Sonst könnten die Menschen denken, wir wären nicht überzeugt.
Gebet:
Jesus, ich bin bereit, für dich Zeugnis zu geben. Ich bin überzeugt von dir. Hilf mir, dass ich in Situationen, wo ich wegen des Glaubens angegriffen oder abgelehnt werde, keine Angst habe, sondern dass ich im Vertraue auf den Heiligen Geist von dir Zeugnis gebe.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
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