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Tagesimpuls

Sie sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. (Lk 2,38)

30 Dezember

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 2, 36–40

In jener Zeit lebte Hanna, eine Prophetin, eine Tochter Pénuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt;
nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten.
Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.
Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück.
Das Kind wuchs heran und wurde stark, erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade ruhte auf ihm.

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Sie sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. (Lk 2,38)

Mir scheint, dass Hanna sich jetzt auf dem Höhepunkt ihres Lebens befindet, mit 84 Jahren. Ich finde es schön, zu sehen, dass es im Alter nicht unbedingt abwärts gehen muss. Manche kommen dann erst zum Höhepunkt ihres Lebens. Wir dürfen also nie denken, dass wir schon zum Alten Eisen gehören würden. Es gibt auch einen schönen Spielfilm mit dem Titel: „Das beste kommt zum Schluss“. Darin kommt das auch zum Ausdruck.

Sie sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.

Hanna hatte ihr Leben lang auf diesen Augenblick gewartet. Das Warten war keine sinnlose leere Zeit, nein, es war alles sinnvoll, jeder Tag. Warten an sich ist nicht etwas Sinnloses. Man kann seine Zeit verplempern mit sinnlosem Tun. Und später bereut man das. Aber wenn man das Richtige tut, wenn man das Sinnvolle tut und dann auf die Früchte seines Tuns wartet, dann ist das eine gut verbrachte Zeit. Wenn wir z.B. regelmäßige und viele Anbetungsstunden anbieten in dem Bewusstsein, dass das genau das ist, was wir heute brauchen, dann ist das auf jeden Fall gut, auch wenn wir warten müssen auf die Früchte. Aber Jesus wird uns nicht enttäuschen.

Sie sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.

So hat Hanna viele Stunden im Tempel verbracht mit Gebet und Fasten. Vielleicht haben andere versucht, sie davon abzubringen. Andere Menschen finden es eine Zeitverschwendung, wenn wir in der Anbetung auf Jesus warten. Aber es ist sinnvoll. „Harre auf den Herrn!“, so heißt es in Psalm 27. Und im Psalm 46 heißt es: „Sei still und wisse, dass ich Gott bin.“

Sie sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.

Was gibt es Besseres als zu offenen Menschen über Jesus zu sprechen. Menschen, die das wollen und können, brauchen wir. Viele leben sehr individualistisch und gehen nicht auf andere zu. Das Fernsehen und die sozialen Medien ersetzen viel von unserem Kommunikationsbedürfnis. Hanna dagegen ist auf die Menschen zugegangen, dabei sicher auch auf Fremde. Mit 84 Jahren hätte sie denken können, dass sie jetzt mal Ruhe verdient hätte. Die Sorge für die Sache des Herrn können jetzt mal Jüngere übernehmen, so hätte sie denken können. Aber darum ging es ihr nicht. Hanna lebt ihre Berufung. Die Jüngeren können ja mitmachen. Aber wieso sollte sie aufhören, wo es gerade am besten ist? Jetzt ist Jesus da! Jetzt darf sie ihn bezeugen. Jetzt kann sie vielen jüngeren Menschen helfen, Jesus zu finden und zu erkennen. Kann man sich von so einer wichtigen Aufgabe zurückziehen und sein Alter vorschieben?

Gebet:

Jesus, danke, dass du jedem seine Aufgabe zuteilst, Jungen wie Alten. Es kommt nicht auf das Alter an, sondern nur darauf, dass wir deinen Willen tun. Jesus, ich will mich dir zur Verfügung stellen. Ich bin auch bereit, bei dir im Heiligtum zu warten, wie Hanna es getan hat. Ich will dir meine Zeit schenken, und wenn es Zeit ist, will ich den Menschen helfen, dich zu finden.

Pastor Roland Bohnen

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Eine Antwort auf „Sie sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. (Lk 2,38)“

Sehr geehrter Pastor Bohnen, vielen Dank für die heutige Auslegung – und für viele andere in diesem Jahr. Ich teile sie gerne mit anderen Mitmenschen, damit sich Ihre guten Gedanken immer weiter verbreiten. Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen viel Kraft und heiligen Geist.

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