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Tagesimpuls

Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berüh ren. (Mk 3,10)

02 Woche im Jahreskreis Donnerstag

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus
Mk 3, 7–12

In jener Zeit zog sich Jesus mit seinen Jüngern an den See zurück. Viele Menschen aus Galiläa aber folgten ihm nach. Auch aus Judäa, aus Jerusalem und Idumäa, aus dem Gebiet jenseits des Jordan und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen Scharen von Menschen zu ihm, als sie hörten, was er tat.
Da sagte er zu seinen Jüngern, sie sollten ein Boot für ihn bereithalten, damit er von der Menge nicht erdrückt werde.
Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren.
Wenn die von unreinen Geistern Besessenen ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder und schrien: Du bist der Sohn Gottes!
Er aber gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten.

Tagesimpuls

Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren. (Mk 3,10)

Nachdem das Wort Fleisch geworden ist, kann man sich an ihn herandrängen. Die Menschen machen genau das Richtige. Jesus kann selbstverständlich auch aus der Ferne heilen. Aber er ist nicht deswegen Fleisch geworden, damit die Menschen dann trotzdem körperlich Abstand zu ihm halten. Er ist Fleisch geworden, damit die Menschen ihn leibhaftig berühren können. Wenn ich in einer Stadt bin, wo ein Freund von mir wohnt, dann melde mich bei meinem Freund, damit wir uns treffen können. Telefonieren könnten wir auch von überall aus. Aber wenn ich in der Nähe bin, dann können wir uns leibhaftig treffen. Daher ist es das einzig Richtige, was die Menschen tun. Sie wollen Jesus leibhaftig treffen, sie drängen sich an ihn heran.

Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren.

Verlieren wir heute in unserer christlichen Praxis diese leibhaftige Dimension? Ich kann Ihnen nicht sagen, wie oft ich höre: „Ich bin ein Christ, aber ich bin kein Kirchgänger. Man muss ja nicht zur Kirche gehen, um ein guter Christ zu sein.“ Das wäre, wie wenn unsere Verwandten sich auf das Telefonieren beschränken würden. Besuche gäbe es jetzt nicht mehr. Auch die Online Messe ist nur wie Video-Telefonie. Es ist nicht die leibhaftige Begegnung mit Jesus.

Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren.

Ich habe schon als Kind gelernt: Wenn jemand nicht zur Kirche gehen kann, dass er sich zu dem Zeitpunkt, wo eine Messe stattfindet, geistig mit der Messe eins machen soll. Und in diesem Moment empfängt er dieselbe Gnade, die er empfangen hätte, wenn er die Messe besucht hätte. Jesus gleicht alles aus bei Menschen, die nicht können. Wer aber kann und dann trotzdem nicht geht, bei dem ist es anders. Jesus ist nicht auf die Welt gekommen, damit die Menschen dann trotzdem zu Hause bleiben und nicht zu ihm kommen.

Denn er heilte viele, sodass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren.

Vielleicht habe ich den Schritt zu schnell gemacht zwischen dem Kommen Jesu in Israel und der Messe. Der Schritt besteht darin: Beim letzten Abendmahl hat Jesus uns erklärt, dass er ab jetzt leibhaftig in der Eucharistie zu uns kommen wird. Jetzt müssen wir uns nicht mehr an ihn herandrängen, weil seine Priester auf der ganzen Welt die Messen feiern. Nun kann jeder überall zur Messe gehen. Dafür darf uns auch kein Weg zu weit gehen. Wenn statt in meinem Heimatdorf die Messe in einem Dorf im Radius von 10 km gefeiert wird, dann ist das kein Grund nicht zu gehen. Sogar eine noch weitere Entfernung würde ich für zumutbar halten, wo die Menschen – auch die älteren – doch überall hinfahren, zum Arzt, zum Einkaufen, zum Friseur usw. Alles geht, nur die Messe soll nicht möglich sein? Ich würde sagen, wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Gebet:

Jesus, bitte lass uns dankbar sein für deine leibliche Gegenwart! Wir wollen uns an dich herandrängen, dort, wo wir dich heute finden können, in den Kirchen, in den Tabernakeln, in den Anbetungsorten, in den Heiligen Messen!

Pastor Roland Bohnen

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