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Tagesimpuls

Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. (Mt 3,15)

Taufe des Herrn

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 3, 13–17

In jener Zeit kam Jesus von Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen.
Johannes aber wollte es nicht zulassen und sagte zu ihm: Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir?
Jesus antwortete ihm: Lass es nur zu! Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. Da gab Johannes nach.
Als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser herauf. Und siehe, da öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen.
Und siehe, eine Stimme aus dem Himmel sprach: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.

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Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. (Mt 3,15)

Normalerweise lässt der sich taufen, der Sünden auf sich geladen hat. Das hat Jesus sicher nicht. Daher zögert Johannes zu Recht. Wie kann er den taufen, der nie gesündigt hat? Aber Jesus will es doch. Er will die Gerechtigkeit Gottes erfüllen. Was meint er damit? Er will sich mit uns Sündern so eins machen, dass er auch mit uns gemeinsam unsere Sünden bereut. Er tut mit uns gemeinsam Buße für unsere Sünden. Er ist einer von uns geworden, das gilt dann auch für unsere Sünden.

Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen.

Vielleicht können wir das besser verstehen, wenn wir unsere menschlichen Gemeinschaften betrachten, z.B. die Familie. Manchmal liest man ein Schild: „Eltern haften für ihre Kinder.“ Wenn ein Kind Schaden angerichtet hat, gehen die Eltern hin und entschuldigen sich für ihr Kind, und sie machen den Schaden wieder gut. Sie sagen nicht: „Damit haben wir nichts zu tun.“ Oder wenn eine Nation einen Krieg begonnen hat und großen Schaden über ein anderes Land gebracht hat, und nun kommt eine andere Regierung, die alles wieder gut machen will; würde sie dann nicht auch versuchen, den Schaden gutzumachen? Oder wenn ein Verein Schulden hat, und nun kommt ein neuer Vorstand, dann würde der Vorstand sich darum bemühen, die Schulden zurückzubezahlen. An diesen Beispielen sehen wir, dass man die Gerechtigkeit erfüllen kann, auch wenn man persönlich gar keinen Schaden angerichtet hat. Aber man steht für den anderen ein, oder für die Gemeinschaft. Man würde dann sagen: „Wir machen das wieder gut!“

Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen.

Jetzt kann man verstehen, wie Jesus die Gerechtigkeit erfüllt. Er ist einer von uns, also tut er auch mit uns Buße. Er sagt nicht: „Das geht mich nichts an.“ Aber wie machen wir das? Sagen wir: „Das geht mich nichts an?“ Da ist vielleicht ein „schwarzes Schaf“ in unserer Familie. Sagen wir: „Damit habe ich nichts zu tun. Das ist sein Problem?“ Oder beten wir für ihn? Wir könnten gemeinsam Buße tun, indem wir beten: „Herr, wir haben gesündigt!“ Wie weit wir gehen können und sollen, um Schaden wieder gut zu machen, ist eine sehr schwierige Frage, über die ich auch noch nachdenken muss. Aber im Gebet können wir uns auf jeden Fall eins machen, und wir sollten es auch. Jesus hat sich nicht von unseren Verfehlungen distanziert. Jesus hat für uns Buße getan, um die Gerechtigkeit Gottes zu erfüllen.

Gebet:

Jesus, wir leben in einer Gesellschaft mit einer individualistischen Mentalität. Der Gedanke, dass wir für die anderen einstehen müssen, ist uns fremd geworden. Wir wollen von dir lernen und im Gebet für einander einstehen. Wir wollen nicht nur für unsere eigenen Sünden Buße tun, sondern auch für die Sünden derer, die uns nahestehen. So können wir zur Erfüllung der Gerechtigkeit und zur Erlösung beitragen.

Pastor Roland Bohnen

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2 Antworten auf „Denn so können wir die Gerechtigkeit ganz erfüllen. (Mt 3,15)“

Gott vergelt’s. Danken können wir nur. Im Gebet danke sagen, danken Gott und nur noch danken für all das unübertreffliche Gute in Jesus Christus. Denn er, der Christus, Jesus geht Johannes den Täufer nach, mit all den anderen. Jesus, macht sich zu einen von ihnen, und doch ist er ein anderer. Alles was geschehen geht, geschieht weil Gott es so für Gut erklärt. Jesus steigt zur Taufe in den Jordan und erklärt sich schon hier, die Sünden der Menschen auf sich zu nehmen. Nach dem Auftauchen aus dem Jordan, haftet die Sünde an ihn und wiegt schwer. Und genau jetzt , spricht Gott aus dem geöffneten Himmel in der Kraft des Heiligen Geistes über den Gottessohn. Von hier an beginnt Jesus ein – sein betend – fürbittend lebendiges Gebet und irdisches Leben, vor Gott und für alle Menschen.
Auch wir Menschen sollen bereit sein für uns und alle Mitmenschen ein Gebet vor Gott zu bringen, zur Sühne für unsere Sünden und die Sünden der ganzen Welt.

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