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Tagesimpuls

Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes. (Joh 1,34)

02 Sonntag im Jahreskreis

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 1, 29–34

In jener Zeit sah Johannes der Täufer Jesus auf sich zukommen und sagte: Seht, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!
Er ist es, von dem ich gesagt habe: Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist, weil er vor mir war.
Auch ich kannte ihn nicht; aber ich bin gekommen und taufe mit Wasser, damit er Israel offenbart wird.
Und Johannes bezeugte: Ich sah, dass der Geist vom Himmel herabkam wie eine Taube und auf ihm blieb.
Auch ich kannte ihn nicht; aber er, der mich gesandt hat, mit Wasser zu taufen, er hat mir gesagt: Auf wen du den Geist herabkommen und auf ihm bleiben siehst, der ist es, der mit dem Heiligen Geist tauft.
Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes.

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Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes. (Joh 1,34)

Johannes spricht viel von inneren Erfahrungen. Das klingt sehr glaubwürdig, zumindest für Menschen, die daran glauben, dass es innere Erfahrungen gibt, bei denen man von Gott berührt wird. Man kann auch von inneren Eingebungen sprechen. Manchmal sind diese Eingebungen eher bildhaft, manchmal eher worthaft.

Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes.

Ungläubige würden das gesamte Geschehen auf innerpsychische Vorgänge reduzieren. Sie sagen, dass religiöse Menschen sich so etwas einbilden. Diesen kritischen Einwand muss man immer auch berücksichtigen. Es gibt religiöse Einbildungen. Aber die Tatsache, dass Menschen sich etwas einbilden können, was nicht von Gott kommt, widerlegt nicht die Tatsache, dass unser Geist die Kommunikationsschnittstelle mit Gott ist. Gott spricht zu uns durch unseren Geist. Dass es darüber hinaus auch eingebildete oder sogar krankhafte Dinge gibt, ist richtig. Aber Gott kann trotzdem zu uns sprechen. Wir müssen die Vorgänge in uns unterscheiden. In der Tradition der Kirche nennen wir das Unterscheidung der Geister.

Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes.

Johannes hat Jesus durch eine innere Eingebung erkannt. Er sagt: „Auch ich kannte ihn nicht.“ Es ist schwer zu verstehen, dass er ihn nicht kannte, wenn doch Maria seine Mutter besucht hatte, als Jesus und er noch nicht geboren waren. Sollen die Familien danach den Kontakt denn vollkommen abgebrochen haben? Könnte Johannes nicht eher ausdrücken wollen, dass er Jesus zwar menschlich gekannt hatte, aber nicht als den Messias? Dass also eine innere Eingebung Johannes klar gemacht hat, wer Jesus wirklich ist, und dass er es ist, der kommen sollte?

Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes.

Wenn es so ist, dann können wir feststellen, dass es uns allen so geht. Natürlich haben die meisten von uns Jesus schon früher gekannt. Aber irgendwann gab es einen Moment, wo wir Jesus richtig erkannt haben durch das Wirken des Heiligen Geistes. Ich könnte von mir auch sagen, dass ich Jesus früher nicht kannte, obwohl ich getauft war, zur Kommunion gegangen bin und gefirmt wurde. Wer Jesus richtig kennenlernt, der lernt ihn durch eine innere Eingebung kennen, so wie Johannes der Täufer. Der Heilige Geist in uns zeigt uns, wer Jesus wirklich ist.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass ich dich kennenlernen durfte! Der Heilige Geist hat mir gezeigt, wer du wirklich bist. Durch den Heiligen Geist habe ich eine persönliche Beziehung zu dir bekommen. Früher habe ich dich nur durch Erzählungen aus der Bibel und von anderen Menschen gekannt, aber ich wusste nicht, dass du lebendig bist. Heute möchte ich diese Erfahrung an viele Menschen weitergeben. Bitte öffne die Herzen, dass die Menschen dich kennenlernen.

Pastor Roland Bohnen

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2 Antworten auf „Und ich habe es gesehen und bezeugt: Dieser ist der Sohn Gottes. (Joh 1,34)“

„Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.“ Hiob 42,5
Ja, es gibt religiöse Einbildungen, aber auch verstandesmäßige (Benedikt XVI.)!
Jede echte Liebe weist sich durch sich selber aus.
Diese Erfahrung braucht man der „Welt“ nicht zu beweisen, sie würde es nie verstehen können, und auch nicht wollen.
Sie braucht es auch nicht nachzuvollziehen. Nur die Liebenden wissen davon, und das ist genug.

Der Herr, der Gott Jahwes der Johannes zu Taufen in der Wüste berufen hat, zeigt ihm nun den Lohn seines – JA ! zum Vater – Gott selbst zeigt ihm das Lamm, dass hinweg nimmt die Sünden der Welt.

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