02 Woche im Jahreskreis Montag
Aus dem heiligen Evangelium nach Markus
Mk 2, 18–22
Da die Jünger des Johannes und die Pharisäer zu fasten pflegten, kamen Leute zu Jesus und sagten: Warum fasten deine Jünger nicht, während die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer fasten?
Jesus antwortete ihnen: Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange der Bräutigam bei ihnen ist, können sie nicht fasten.
Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam weggenommen sein; dann werden sie fasten, an jenem Tag.
Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt vom alten Gewand ab und es entsteht ein noch größerer Riss.
Auch füllt niemand jungen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche; der Wein ist verloren und die Schläuche sind unbrauchbar. Junger Wein gehört in neue Schläuche.
Tagesimpuls
Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt vom alten Gewand ab und es entsteht ein noch größerer Riss. (Mk 2,21)
Wenn der Bräutigam gekommen ist, können wir nicht die alte Religion weiter praktizieren. Natürlich ist unsere Beziehung zu Jesus auch eine Religion in dem Sinne, dass wir menschliche Ausdruckseisen brauchen, um Jesus unsere Liebe zu zeigen. Jede Religion hat menschliche Ausdrucksweisen. Dazu zählen z.B. Gebete, Weihrauch, Kerzen, und eben auch Fasten. Nun finden sich all diese menschlichen Ausdrucksweisen, die in den verschiedensten Religionen praktiziert werden, auch im Christentum wieder. Daher könnte man – von außen betrachtet – meinen, dass das Christentum nichts anderes ist als eine Religion unter vielen.
Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt vom alten Gewand ab und es entsteht ein noch größerer Riss.
Der Unterschied zu den anderen Religionen besteht darin, dass wir Christen nicht nur menschliche Formen der Gottsuche oder der Gottesverehrung praktizieren. Wir glauben, dass Gott selbst zu uns gekommen ist, um sich zu offenbaren und uns zu erlösen. Er ist der Bräutigam, der sich mit uns in Liebe verbinden will. Wenn wir eine menschliche Ausdrucksform (wie z.B. Beten oder Fasten) praktizieren, dann dient das allein dazu, die Liebesbeziehung zum Bräutigam auszudrücken und zu vertiefen.
Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt vom alten Gewand ab und es entsteht ein noch größerer Riss.
Jesus sagt, wir leben in einer Zeit, in der uns der Bräutigam genommen ist. Daher sollen wir fasten. Wir fasten, damit der Bräutigam uns nah ist, damit die Verbindung nicht reißt oder damit sie wiederhergestellt wird. Wir fasten, weil wir das Weltliche loslassen wollen, damit er in uns Platz finden kann.
Niemand näht ein Stück neuen Stoff auf ein altes Gewand; denn der neue Stoff reißt vom alten Gewand ab und es entsteht ein noch größerer Riss.
Es fällt den Menschen unterschiedlich schwer, zu fasten. Aber jeder kann damit beginnen, auf etwas zu verzichten, damit Jesus mehr Raum in uns bekommt.
Gebet:
Jesus, ich will dir Raum geben. Ich danke dir, dass du dich als der Bräutigam bezeichnest. Das zeigt mir, wie sehr du mich liebst und wie sehr es dir um die Liebe geht. Deine Liebe will ich erwidern, indem ich auf Weltliches verzichte.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
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Telefon 02456 – 3627
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