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Tagesimpuls

In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus. (Lk 10,1)

Hl. Timotheus und Hl. Titus, Bischöfe, Apostelschüler

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 10, 1–9

In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus und sandte sie zu zweit vor sich her in alle Städte und Ortschaften, in die er selbst gehen wollte.
Er sagte zu ihnen: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!
Geht! Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe.
Nehmt keinen Geldbeutel mit, keine Vorratstasche und keine Schuhe! Grüßt niemanden auf dem Weg!
Wenn ihr in ein Haus kommt, so sagt als Erstes: Friede diesem Haus!
Und wenn dort ein Sohn des Friedens wohnt, wird euer Friede auf ihm ruhen; andernfalls wird er zu euch zurückkehren.
Bleibt in diesem Haus, esst und trinkt, was man euch anbietet; denn wer arbeitet, ist seines Lohnes wert. Zieht nicht von einem Haus in ein anderes!
Wenn ihr in eine Stadt kommt und man euch aufnimmt, so esst, was man euch vorsetzt.
Heilt die Kranken, die dort sind, und sagt ihnen: Das Reich Gottes ist euch nahe!

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In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus. (Lk 10,1)

Es gibt verschiedene Sendungen. Es gibt die Sendung der zwölf Apostel, es gibt aber auch die Sendung der 72 Jünger. Wir dürfen das so verstehen: Es gibt die Sendung der Bischöfe, Priester und Diakone, es gibt aber auch die Sendung der Ordensleute, und es gibt die Sendung der Laien, die nicht geweiht sind, aber auch in einem Dienst der Kirche stehen. Bei den Laien gibt es Menschen, die hauptamtlich in der Kirche arbeiten, manche auch nebenamtlich und sehr viele ehrenamtlich.

In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus.

Sollen alle Menschen Jünger sein? Oder gibt es eine Art passives Christentum, so wie es bei Vereinen manchmal eine passive Mitgliedschaft gibt? Jesus beantwortet die Frage mit einem klaren Ja! Alle Menschen sollen seine Jünger werden (Mt 28,19). Sein Leben aktiv in den Dienst Jesu zu stellen ist das Ziel eines jeden Menschenlebens. Eine passive Mitgliedschaft ist im Prinzip gar nicht vorgesehen. Wenn Menschen ihr Christsein nur halbherzig leben, dann ist das keine Berufung, sondern dann leben sie ihre Berufung nicht. Man muss aber einem Missverständnis vorbeugen. Aktivismus ist nicht gemeint. Man kann auch Jünger Jesu sein, wenn man krank im Bett liegt.

In jener Zeit suchte der Herr zweiundsiebzig andere Jünger aus.

Was zeichnet das Leben eines Jüngers aus? Als erstes soll er nicht allein sein. So wichtig die Einsamkeit mit Gott auch ist, wir alle brauchen Gemeinschaft. Die Gemeinschaft mit weltlichen Menschen kann nicht das ersetzen, was Jesus hier meint. Er meint Jüngergemeinschaft. Heute findet man das z.B. in Gebetsgruppen, in Kleingruppen, in Bibel- oder Hauskreisen. Die Namen sind vielfältig. Aber immer geht es darum, dass wir Christen moralische Unterstützung haben, denn sonst ist der Weg zu schwer für uns. Niemand kann den Weg des Lebens schaffen, wenn er nicht diese menschliche Unterstützung hat. Jesus will nicht, dass wir den Weg ganz alleine gehen. Er will uns in der Kirche eine Glaubensfamilie schenken, die uns stützt und stärkt, und mit deren Hilfe wir unseren Auftrag als Jünger ausleben können.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du alle Menschen zu deinen Jüngern berufst. Es liegt noch so viel Arbeit vor uns, daher sollen wir als erstes für noch mehr Arbeiter beten. Du willst die ganze Welt erreichen, und das kannst du nur, wenn immer mehr Menschen mitmachen. Bitte schenke allen Menschen eine Glaubensgemeinschaft, vor allem denen, die sich jetzt noch allein fühlen, aber auch denen, die sich wegen verletzenden Erfahrungen mit Menschen sehr schwer damit tun, anderen zu vertrauen.

Pastor Roland Bohnen

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