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Tagesimpuls

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. (Mt 5,2)

04 Sonntag im Jahreskreis

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 5, 1–12a

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf den Berg. Er setzte sich und seine Jünger traten zu ihm.
Und er öffnete seinen Mund, er lehrte sie und sprach: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.
Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.
Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.
Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen.
Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel.

Tagesimpuls

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich. (Mt 5,2)

Wenn ich predige oder begeistert von etwas erzähle, dann höre ich oft die Antwort: „Herr Pastor, ich mache ja schon so viel. Das müssen sie mal den anderen sagen, vor allem den jüngeren Leuten, die noch gar keinen großen Bezug zur Kirche haben!“ Bei mir selbst stelle ich dieses Phänomen aber auch fest. Wenn mir jemand etwas interessantes Neues erzählt, dann blocke ich auch oft ab, weil das für mich nicht in Frage kommt, weil ich schon so viel habe. Und man soll sich ja auch nicht verzetteln.

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Aber wie ist das Leben? Ist das Leben so, dass man bis zu einem bestimmten Alter – sagen wir mal bis 30 oder 40 Jahre – etwas kennenlernt, und dann bleibt man auf diesem Stand stehen? Man lernt dann auch keine neuen Freunde mehr kennen, es bleibt alles einfach so, wie es ist? Wenn es so wäre, dann würde man ab einem bestimmten Alter seine Offenheit verlieren. Aber wie können wir offen bleiben für Neues, ohne uns zu verzetteln?

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Bei unserer Priesterweihe predigte Bischof Klaus Hemmerle: „Bleiben Sie Anfänger!“ Heute fühle ich mich immer noch so, als wären sehr viele Menschen mir überlegen an Wissen, Tiefgang und Erfahrung. Ich möchte nicht alles abblocken, was an Neuem auf mich zukommt. Immer wieder kommen Menschen auf mich zu mit Büchern oder Hinweisen, womit ich mich beschäftigen sollte. Es tauchen auch neue Namen auf von Lehrern und Referenten, die jünger sind als ich. Ich freue mich über eine neue Generation im Reich Gottes. Jeder hat sein Charisma. Von jedem kann ich etwas lernen, was ich noch nicht habe.

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Wir sollen aber auch nicht wie ein Fähnchen im Wind flattern. Wir sollen treu und beständig sein in dem, was wir gelernt haben, in unserem eigenen Charisma. Wir kann man das verbinden? Ich meine, so ist das Leben, das uns von Gott geschenkt wurde: wir sollen immer arm bleiben, immer Anfänger, immer offen, Neues in unseren reichen Erfahrungsschatz aufzunehmen. Und zugleich sollen wir treue Verwalter sein. Matthäus hat es an einer anderen Stelle schön ausgedrückt: „Deswegen gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausherrn, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.“ (Mt 13,52) Und Paulus sagt dazu: „Prüfet alles, und behaltet das Gute.“ (1 Thess 5,21) Wir sollen uns also unsere Offenheit bewahren.

Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.

Wenn unsere Erfahrung zu einem Reichtum wird, der unsere Herzen verschließt für das was Gott uns im Heute durch andere Menschen schenken will, dann sind wir auf dem falschen Weg. Bleiben wir arm! Und auch wenn wir noch so viel schon für Jesus tun – bleiben wir trotzdem offen! Vielleicht will Jesus ja etwas ändern in unserem Leben. Auf jeden Fall will er uns noch reicher beschenken als bisher.

Gebet:
Jesus, ich will arm bleiben vor dir. Ich will nicht wie die Pharisäer sein, die meinen, schon alles zu besitzen, was wichtig ist. Danke, dass du mir immer wieder Menschen zur Seite stellst, von denen ich so viel lernen kann.

Pastor Roland Bohnen
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