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Tagesimpuls

Wenn er ihm zuhörte, geriet er in große Verlegenheit und doch hörte er ihm gern zu. (Mk 6,20)

04 Woche im Jahreskreis Freitag

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus
Mk 6, 14–29

In jener Zeit hörte der König Herodes von Jesus; denn sein Name war bekannt geworden und man sagte: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; deshalb wirken solche Kräfte in ihm.
Andere sagten: Er ist Elija. Wieder andere: Er ist ein Prophet wie einer von den alten Propheten.
Als aber Herodes von ihm hörte, sagte er: Johannes, den ich enthaupten ließ, ist auferstanden.
Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen und ins Gefängnis werfen lassen. Schuld daran war Herodias, die Frau seines Bruders Philippus, die er geheiratet hatte.
Denn Johannes hatte zu Herodes gesagt: Es ist dir nicht erlaubt, die Frau deines Bruders zur Frau zu haben.
Herodias verzieh ihm das nicht und wollte ihn töten lassen. Sie konnte es aber nicht durchsetzen, denn Herodes fürchtete sich vor Johannes, weil er wusste, dass dieser ein gerechter und heiliger Mann war. Darum schützte er ihn. Wenn er ihm zuhörte, geriet er in große Verlegenheit und doch hörte er ihm gern zu.
Eines Tages ergab sich für Herodias eine günstige Gelegenheit. An seinem Geburtstag lud Herodes seine Hofbeamten und Offiziere zusammen mit den vornehmsten Bürgern von Galiläa zu einem Festmahl ein.
Da kam die Tochter der Herodias und tanzte und sie gefiel dem Herodes und seinen Gästen so sehr, dass der König zu dem Mädchen sagte: Verlange von mir, was du willst; ich werde es dir geben.
Er schwor ihr sogar: Was du auch von mir verlangst, ich will es dir geben, und wenn es die Hälfte meines Reiches wäre.
Sie ging hinaus und fragte ihre Mutter: Was soll ich verlangen? Herodias antwortete: Den Kopf Johannes’ des Täufers.
Da lief das Mädchen zum König hinein und verlangte: Ich will, dass du mir sofort auf einer Schale den Kopf Johannes’ des Täufers bringen lässt.
Da wurde der König sehr traurig, aber wegen der Eide und der Gäste wollte er ihren Wunsch nicht ablehnen.
Deshalb befahl er einem Scharfrichter, sofort ins Gefängnis zu gehen und den Kopf des Täufers herzubringen. Der Scharfrichter ging und enthauptete Johannes.
Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen und das Mädchen gab ihn seiner Mutter.
Als die Jünger des Johannes das hörten, kamen sie, holten seinen Leichnam und legten ihn in ein Grab.

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Wenn er ihm zuhörte, geriet er in große Verlegenheit und doch hörte er ihm gern zu. (Mk 6,20)

Wir sehen in Herodes einen Mann, der hin- und hergerissen ist. Es gibt in ihm die Regung des Heiligen Geistes, die ihm mitteilt, dass Johannes Recht hat. Es gibt in ihm sogar eine Freude am Guten, sonst würde er Johannes nicht gern zuhören. Wenn er ihm zuhört, dann regt sich sein Gewissen. Es gibt in Herodes aber auch diesen Hang zur Ausschweifung und zur Unzucht. Das wird in diesem Evangelium deutlich geschildert. Er schaut gern den jungen Mädchen beim Tanzen zu. Er ist in seiner Ehe nicht treu. Und dies ist nicht nur ein Hang, es wird zu einer Sucht. Und diese Sucht ist stark, sie ist so stark, dass sie ihn davon abbringt, auf sein Gewissen zu hören.

Wenn er ihm zuhörte, geriet er in große Verlegenheit und doch hörte er ihm gern zu.

Dann ist da noch seine neue Partnerin, die einen gewaltigen Einfluss auf ihn ausübt. Er ist ihr fast hörig. Er versucht, ihren Einfluss zurückzudrängen, denn sie wollte Johannes schon viel früher töten lassen. Es gelingt im aber nur für eine gewissen Zeit, bis er ihr dann ohnmächtig erliegt.

Wenn er ihm zuhörte, geriet er in große Verlegenheit und doch hörte er ihm gern zu.

Wir erleben hier einen Mann, der seine männliche Stärke verloren hat. Er hat seine Seele verkauft an die Unzucht und an eine Frau, die ihm nicht guttut. Dass alles soll seine eigene Schuld nicht mindern. Seine Schuld besteht darin, dass er sich diesen Einflüssen ausgesetzt hat, dass er sich immer tiefer hat verwickeln lassen in das Laster der Lust und in eine Seelenbindung, die zur Abhängigkeit geführt hat. Es gibt diese Bindungen, es gibt diese Faktoren, aber trotzdem bleiben wir verantwortlich für unser Tun.

Wenn er ihm zuhörte, geriet er in große Verlegenheit und doch hörte er ihm gern zu.

Johannes der Täufer war seine letzte Chance, und diese Chance hat Herodes nicht genutzt. Zu stark waren die Fesseln an das Böse geworden. Aber was heißt das für uns? Nutzen wir das Sakrament der Beichte, bevor die Fesseln des Bösen immer stärker werden. Die Hauptsünden, von denen die Lust eine ist, heißen Hauptsünden, weil sie so eine starke Kraft entfalten. Die Beichte ist immer wieder eine Befreiung, weil Jesus gekommen ist, die Fesseln zu zerbrechen. Wenn wir uns in eine Sünde verstrickt haben, dann brauchen wir die Umkehr, und wir sollen sie nicht hinausschieben.

Gebet:

Jesus, wir alle sind immer wieder bedroht von der Sünde. Wenn ich das feststelle, will ich umkehren und mich nicht tiefer hineinziehen lassen. Danke, dass du uns immer wieder die Befreiung schenkst! Danke für deine große Macht!

Pastor Roland Bohnen

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