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Tagesimpuls

Ihr seid das Salz der Erde. (Mt 5,13)

05 Sonntag im Jahreskreis

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 5, 13–16

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Leuten zertreten zu werden.
Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
Man zündet auch nicht eine Leuchte an und stellt sie unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter; dann leuchtet sie allen im Haus.
So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Taten sehen und euren Vater im Himmel preisen.

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Ihr seid das Salz der Erde. (Mt 5,13)

Jesus spricht in der Mehrzahl. Das heißt, er spricht uns als Gemeinschaft an. Denken wir an Gemeinschaften, z.B. einen Chor, ein Team in einer Firma, oder eine Fußballmannschaft. Es ist etwas anderes, ob jemand sagt: „Du bist ein guter Sänger“, „du bist ein guter Mitarbeiter“, „du bist ein guter Spieler“, oder ob jemand sagt: „Ihr seid ein guter Chor“, „ihr seid ein gutes Team“, „ihr seid eine gute Mannschaft!“ Wir sind Salz, wir sind Licht.

Ihr seid das Salz der Erde.

Natürlich muss jeder einzelne auch gut sein, damit die Mannschaft gut wird. Wir dürfen uns nicht hinter den anderen verstecken. Ohne den Beitrag der Einzelnen wird es keine gute Mannschaft geben. Aber trotzdem bleibt zu betonen, dass Jesus hier eine Eigenschaft der Kirche als Ganzes anspricht. Wir als Kirche sollen Licht sein, wir als Kirche sollen der Welt Geschmack verleihen. Durch uns als Kirche soll das Leben in dieser Welt genießbar und wohlschmeckend sein werden.

Ihr seid das Salz der Erde.

Die Menschen in der Kirche sind immer „suboptimal“. Das gilt für Leitungen, das gilt für alle. Trotzdem können wir Licht sein, trotzdem können wir Salz sein. Irgendetwas muss an uns spürbar werden, was bei uns leuchtet, was der Welt Geschmack verleiht. Ist das nicht Jesus, der in unserer Mitte aufscheint? Ist es nicht das Geheimnis, dass wir als Kirche tragen, der kostbare Schatz in so zerbrechlichen Gefäßen? (Vgl. 2 Kor 4,7) Dieses Geheimnis leuchtet auf, wenn wir Messe feiern, aber auch, wenn wir trotz aller Verschiedenheit gut und barmherzig miteinander umgehen.

Ihr seid das Salz der Erde.

Da können wir von den Politikern lernen. Die sagen: „Wir können in der Sache heftig miteinander streiten. Aber es muss immer so sein, dass wir abends noch ein Bier miteinander trinken können.“ Die Unterschiedenheit in der Sache darf nicht zu einer menschlichen Entzweiung führen. Im Gegenteil: Wenn eine Gemeinschaft gut ist, dann gibt es keinen Anpassungsdruck. Dann darf jeder so sein, wie er ist, und niemand muss Angst haben, seine Meinung zu sagen. Die Gemeinschaft lebt dann, wenn jeder seinen Beitrag einbringt, auch wenn diese Beiträge unterschiedlich sind.

Gebet:

Jesus, gib, dass unser Salz nicht den Geschmack verliert. Wir wollen eine Gemeinschaft sein, auch wenn wir sehr unterschiedlich sind. In unserem Miteinander soll dein Licht aufleuchten, was die Welt so sehr braucht.

Pastor Roland Bohnen

www.tagesimpuls.org

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