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Tagesimpuls

Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt. (Mk 6,56)

05 Woche im Jahreskreis Montag

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus
Mk 6, 53–56

In jener Zeit fuhren Jesus und seine Jünger auf das Ufer zu, kamen nach Gennesaret und legten dort an.
Als sie aus dem Boot stiegen, erkannte man ihn sogleich.
Die Menschen eilten durch die ganze Gegend und brachten die Kranken auf Liegen zu ihm, sobald sie hörten, wo er war.
Und immer, wenn er in ein Dorf oder eine Stadt oder zu einem Gehöft kam, trug man die Kranken auf die Straße hinaus und bat ihn, er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

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Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt. (Mk 6,56)

Hier ist ein wichtiger Satz für alle, die nicht gern in die Kirche gehen! Es heißt nicht, dass alle geheilt wurden, die an Jesus gedacht haben, sondern, die ihn berührt haben. Das gilt natürlich auch für die Krankensalbung. Ich denke auch an Heilungsgebete, wo einer dem anderen die Hand auflegt. Wir dürfen nicht platonisch werden. Platonisch ist eine Philosophie, die die Bedeutung des Materiellen unterschätzt. Wenn das Platonische richtig wäre, dann wäre Jesus nicht im Fleisch gekommen. Dass Jesus Mensch geworden ist, zeigt, wie wichtig das Körperliche ist. Wir sollen Jesus berühren – mit dem Körper. Dazu gibt es die Sakramente.

Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

Man hört immer wieder Bedenken gegen das Handauflegen. Es mag sein, dass manche Bedenken ernst genommen werden müssen. Aber es ist wie mit allem: Wenn man Bedenken hat, darf man nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Ein Bedenken ist z.B., dass man sich nicht von jedem die Hände auflegen lässt. Der Grund ist, weil man sich dadurch einem Menschen anvertraut. Man würde ja auch nicht zu jedem Arzt gehen, sondern nur zu einem, dem man vertraut. Wenn ich den Verdacht habe, dass jemand mit Götzendienst zu tun hat, würde ich mir von ihm nicht die Hände auflegen lassen. Wenn aber in einem Heilungsdienst der leitende Priester die Beter autorisiert und ich ihm vertraue, dann würde ich mir dort auch die Hände auflegen lassen. Der Priester beauftragt ja auch gegebenenfalls die Kommunionhelfer, und da vertraue ich ja auch.

Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

Aus diesem Bibelvers erkenne ich, dass bei der Berührung etwas Wichtiges geschieht. Daher will ich das auch praktizieren. Wenn jemand nicht so einen starken Glauben an diese Wirklichkeit hat, dann kann ich verstehen, wenn die Bedenken bei ihm immer mehr überhand nehmen. Wir hatten das zur Coronazeit auch bei der Eucharistie. Wer einen sehr starken Glauben hatte, der hat die Bedenken zwar ernst genommen, aber es hat ihn nicht davon abgehalten, zu kommunizieren.

Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

Für mich ist dies ein neuer Impuls, Heilungsgebete mit Handauflegen anzubieten. Wir machen das schon an jedem dritten Freitag. Vielleicht könnte ich es auch in anderen Situationen noch mehr praktizieren. Wer Bedenken hat, könnte es wenigstens innerhalb der Familie praktizieren, z.B. Eltern für ihre Kinder.

Gebet:

Jesus, du bist Mensch geworden, du bist im Fleisch gekommen, wie Johannes es ausdrückt. Daher wollen wir das Körperliche ernst nehmen und nicht platonisch werden. Wir wollen die Sakramente ernst nehmen und dich so oft wie möglich darin berühren, vor allem in der Eucharistie. Danke, dass du in unserer Kirche auch ein neues Bewusstsein für die Handauflegung geschenkt hast, und dass wir es – so wie in der Urkirche – heute wieder mehr praktizieren.

Pastor Roland Bohnen

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