Donnerstag nach Aschermittwoch
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 9, 22–25
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohepriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er muss getötet und am dritten Tage auferweckt werden.
Zu allen sagte er: Wenn einer hinter mir hergehen will, verleugne er sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.
Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?
Tagesimpuls
Der Menschensohn muss vieles erleiden. (Lk 9,22)
Die Fastenzeit heißt ganz offiziell „österliche Bußzeit“. Da wird deutlich, dass es die Zeit ist, die uns auf Ostern vorbereitet. Das Osterfest ist das Ziel. Aber damit man wirklich Ostern feiern kann, braucht man eine Vorbereitung. Man braucht das Fasten. Man braucht die Buße. Und daher sollen wir uns in der Fastenzeit mit dem Leiden Jesu beschäftigen. Wir sollen das Leiden Jesu betrachten, z.B. indem wir den Kreuzweg beten, oder den schmerzhaften Rosenkranz, oder auch eine Litanei vom Leiden Jesu oder vom kostbaren Blut.
Der Menschensohn muss vieles erleiden.
Normalerweise sind wir geneigt, das Leiden zu verdrängen. Aber nicht nur wir Christen, sondern auch die Psychologen sagen, dass das nicht gesund ist. Besser ist es, wenn wir das Leiden annehmen. Dazu ist es notwendig, dass wir es ernst nehmen, uns damit befassen. Wenn wir uns aber mit dem Leiden befassen, werden wir traurig, vielleicht sogar depressiv. Daher brauchen wir Jesus, der den Tod überwunden hat. Wenn wir uns mit dem Leiden Jesu befassen, dann nehmen wir das Leid ernst, aber zugleich wird uns große Hoffnung geschenkt, wir werden dadurch nicht depressiv.
Der Menschensohn muss vieles erleiden.
Warum das so ist, das ist letztlich das Geheimnis unserer Erlösung. Das ist Gottes Wirken. Sobald wir Jesus in ein Leiden hineinnehmen, kommt Licht, kommt Frieden, kommt Hoffnung. Wir können das nicht verstehen. Wir können nicht verstehen, wie Gott Tod in Leben umwandelt. Wir können aber die Erlösung, die Gott uns anbietet, in Anspruch nehmen. Wir können die Früchte erleben.
Der Menschensohn muss vieles erleiden.
Jesus sagt dann auch noch, dass wir selbst ein Kreuz auf uns nehmen sollen. Hier ist nicht das unfreiwillige Leiden gemeint, sondern die freiwilligen Opfer. Davon soll die Fastenzeit geprägt sein. Auch hier werden wir erleben, dass Gott den Schmerz jedes unserer Opfer in Glück und Freude umwandeln wird. Mit den freiwilligen Opfern üben wir die Haltung der Liebe ein, die nicht ihren eigenen Vorteil sucht, sondern bereit ist, auf etwas zu verzichten.
Gebet:
Jesus, ich will mich in der Fastenzeit mit deinem Leiden beschäftigen. Danke, dass du die einzige Möglichkeit bist, das Leid ernst zu nehmen und gleichzeitig doch glücklich zu sein. Ich will auch freiwillige Opfer bringen, auch wenn dies mir nicht leicht fällt.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
Fax 02456 – 3019
pastor.bohnen@kirche-selfkant.de
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Eine Antwort auf „Der Menschensohn muss vieles erleiden. (Lk 9,22)“
Lieber Pfarrer Bohnen , danke für Ihre ehrlichen Aussagen und für Ihre Ermutigung Opfer zu bringen . Vergelts Gott .