03 Woche der Fastenzeit Mittwoch
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 5, 17–19
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
Amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
Tagesimpuls
Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. (Mt 5,19)
Hier spricht Jesus einen Gedanken aus, den ich nicht so oft im Evangelium finde. Ich finde es bemerkenswert. Häufiger geht es um Leben oder Tod, darum, ins Himmelreich zu kommen oder nicht hineinzukommen. Hier geht es nicht darum, ob man ins Himmelreich kommt oder nicht, sondern wer groß oder klein sein wird im Himmelreich. Es gibt also nicht nur ein Ja oder ein Nein, es gibt auch noch eine Unterscheidung, ob etwas besser oder weniger gut ist.
Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
Ich sehe diese Art Unterscheidung auch im praktischen Leben mit Gott. Ich sehe viele Beispiele dafür: Wenn ich Maria als meine Mutter annehme, ist das besser. Aber wer das nicht tut, ist nicht schlecht. Wenn ich häufige bete, ist das besser, aber wer nicht so oft betet, sündigt deswegen noch nicht. Oder wenn ich faste, ist das besser, aber wer wenig fastet, ist nicht ausgeschlossen vom Himmelreich. So können wir Jesus verstehen: Wer die Gebote hält, ist besser als wer sie nicht hält, aber beide sind im Himmelreich. Dabei ist wichtig, dass das Halten der Gebote bei Jesus anders aussieht als z.B. bei den Pharisäern. Es geht also immer darum, die Gebote so zu halten, wie Jesus sie zu halten gelehrt hat.
Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
Ich sehe in dieser Alternative zwischen gut und besser eine große Chance zum Miteinander in der Kirche. Es muss nicht immer die Alternative gut oder schlecht gelten. Es gibt viele Dinge, von denen ich erkannt habe, dass sie besser sind, und das soll ich auch so leben. Aber das schließt andere nicht aus, die es nicht so machen oder anders machen. Jetzt erinnere ich mich, dass Jesus diese Art der Alternative auch bei Marta und Maria gebraucht hat. Maria tut das Bessere, aber Marta ist deswegen nicht schlecht.
Gebet:
Jesus, wir halten uns an die zehn Gebote und an die Kirchengebote. Ehrlich gesagt ist es mir nicht ganz klar, ob es das ist, was du meinst. Aber ich erkenne dass es wichtig ist, dass du, während du für das Vollkommenere wirbst, auch das Unvollkommenere zulässt. Bitte hilf mir, noch besser zu verstehen, welche Gebote du meinst und wie ich sie am besten halten und lehren kann.
Pastor Roland Bohnen
Pfarrer-Kreins-Str. 2
52538 Selfkant Süsterseel
Telefon 02456 – 3627
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pastor.bohnen@kirche-selfkant.de
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