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Tagesimpuls

Und als er zurückkam, konnte er sehen. (Joh 9,7)

04 Sonntag der Fastenzeit

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 9, 1.6–9.13–17.34–38

In jener Zeit sah Jesus unterwegs einen Mann, der seit seiner Geburt blind war.
Jesus spuckte auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Das heißt übersetzt: der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.
Die Nachbarn und jene, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?
Einige sagten: Er ist es. Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es.
Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern.
Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.
Die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Er antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen und ich wusch mich und jetzt sehe ich.
Einige der Pharisäer sagten: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen.
Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann sagte: Er ist ein Prophet.
Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus.
Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn?
Da antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr, damit ich an ihn glaube?
Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen; er, der mit dir redet, ist es.
Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.

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Und als er zurückkam, konnte er sehen. (Joh 9,7)

Wenn jemand schlechte Augen hat oder sogar ganz blind ist, und dann beten Sie für diesen Menschen, und danach wird seine Sehkraft deutlich besser, was würden Sie dann dazu sagen? Für mich wäre das ein Zeichen der Liebe Gottes, das er uns schenkt. Aber nicht alle sehen das so. Es entbrannte eine Diskussion, ob das wirklich derselbe Mann wäre. Dann diskutieren sie, obwohl die Sachlage so offensichtlich ist, ob der Mann ein Lügner wäre. Es gibt Menschen, die Fakten einfach nicht wahrhaben wollen. In diesem Fall reden wir von Fakten, nicht von Glauben.

Und als er zurückkam, konnte er sehen.

Heutige Christen neigen auch dazu, die Fakten, die hier geschildert werden, in Frage zu stellen. Sie sagen, er hätte eine innere Erleuchtung bekommen. Er könnte die Welt jetzt mit anderen Augen sehen, vielleicht mehr positiv als vorher. Aber wenn nur das geschehen wäre, wie wären dann die ganze Aufregung und all die Diskussionen zu erklären? Hätte sich ein Pharisäer darüber aufgeregt, wenn ein Mann am Sabbat eine innere Erleuchtung bekommen hätte? Nein, es geht wirklich darum, dass Jesus hier ein Heilungswunder gewirkt hat.

Und als er zurückkam, konnte er sehen.

Ich selbst habe noch kein Heilungswunder eines Blindgeborenen miterlebt. Von der Heiligen Odilia wird berichtet, dass sie blind geboren und mit zwölf Jahren bei ihrer Taufe auf wunderbare Weise das Augenlicht geschenkt bekommen hat. Ich habe aber schon mehrmals erlebt, dass Menschen nach dem Gebet eine deutliche Besserung ihrer Augen erleben durften. Einmal wurde nach der Segnung mit der Reliquie der Heiligen Odilia bei einer Patientin eine Sehkraft von 55% gemessen, die vorher auf diesem Auge nur noch 5% hatte. Aber wenn jemand nicht daran glaubt, dann überzeugt ihn ein solcher Bericht trotzdem nicht. Es ist heute wie damals im Evangelium: Die einen sehen es als Zeichen der Liebe Gottes, die anderen glauben einfach nicht an so etwas.

Und als er zurückkam, konnte er sehen.

Für uns Glaubende sind die Wunder eine Stärkung unseres Glaubens. Wir glauben: Im Namen Jesu und im Gebet liegt eine große Kraft! Und dies erfüllt uns mit Zuversicht, besonders in schweren Zeiten. Wir beten und glauben, dass Jesus die Macht hat, uns zu helfen. Und dieser Glaube hat schon viele Menschen vor der Verzweiflung bewahrt. Er hilft uns, trotz des Leids immer hoffnungsvoll in der Welt zu leben.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du Wunder gewirkt hast. Du zeigst uns dadurch, dass du uns zur Seite stehst und uns hilfst. Einen Ungläubigen werden die Wunder kaum überzeugen, aber für uns sind sie eine große Ermutigung. Bitte erhöre unsere Gebete und lass besonders die Menschen, die große Not leiden, nicht verzweifeln.

Pastor Roland Bohnen

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Eine Antwort auf „Und als er zurückkam, konnte er sehen. (Joh 9,7)“

Die Aussage des ehemaligen Blinden, macht uns sehende Menschen so manches Mal, blind und taub für das Wirken Gottes in Jesus. Auch wollen wir uns nicht vom Gottes ratsamen Wort in Bewegung setzen lassen. Lassen wir uns darauf ein; lassen wir uns vom Herrn in Bewegung setzen und folgen seinen Anweisungen, damit uns Gnade der Heilung geschenkt wird.

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