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Tagesimpuls

Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht von mir aus gekommen. (Joh 7,28)

04 Woche der Fastenzeit Freitag

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 7, 1–2.10.25–30

In jener Zeit zog Jesus in Galiläa umher; denn er wollte sich nicht in Judäa aufhalten, weil die Juden ihn zu töten suchten.
Das Laubhüttenfest der Juden war nahe.
Als aber seine Brüder zum Fest hinaufgegangen waren, zog auch er hinauf, jedoch nicht öffentlich, sondern im Verborgenen.
Da sagten einige Leute aus Jerusalem: Ist das nicht der, den sie zu töten suchen?
Und doch redet er in aller Öffentlichkeit und man lässt ihn gewähren. Sollten die Oberen wirklich erkannt haben, dass er der Christus ist?
Aber von dem hier wissen wir, woher er stammt; wenn jedoch der Christus kommt, weiß niemand, woher er stammt.
Während Jesus im Tempel lehrte, rief er: Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht von mir aus gekommen, sondern er, der mich gesandt hat, ist wahrhaftig. Ihr kennt ihn nur nicht.
Ich kenne ihn, weil ich von ihm komme und weil er mich gesandt hat.
Da suchten sie ihn festzunehmen; doch keiner legte Hand an ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

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Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht von mir aus gekommen. (Joh 7,28)

Die Menschen erwarteten den Messias (griechisch „Christus“), also den Gesalbten. Was dieser Messias genau sein würde, war nicht klar. Es gab sicher nicht eine klare Vorstellung, dass der Messias der Sohn Gottes sein würde, wahrer Gott und wahrer Mensch. Es scheint eine Vorstellung gegeben zu haben, dass der Messias vom Himmel her auftauchen würde. Da die Menschen Jesus von Kind an kannten, glaubten sie, dass er nicht der Messias sein könnte.

Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht von mir aus gekommen.

Hier ist eine Denkstruktur, die wir häufig auch heute finden. Wenn es für eine Sache eine natürliche Erklärung gibt, dann ist das für Menschen ein Beweis, dass Gott nichts damit zu tun hat. Wenn jemand z.B. durch eine Medizin gesund wird, dann sehen viele darin nicht das Wirken Gottes. Aber kann nicht beides stimmen? In unserem Beispiel können wir Gott für die Medizin und für die Genesung danken. Und wenn man Jesus von Kind an kennt, dann kann er trotzdem von Gott gesandt sein. Jesus ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Weil er wahrer Mensch ist, kennen sie ihn seit er Kind ist. Aber er stammt trotzdem von Gott.

Ihr kennt mich und wisst, woher ich bin; aber ich bin nicht von mir aus gekommen.

Ignatius von Loyola prägte die Aussage, dass man Gott in allen Dingen sehen soll. Wir müssen nicht Gott und die Welt trennen. In Jesus waren Gottheit und Menschheit verbunden, nicht vermischt, aber auch nicht getrennt. Wenn etwas natürlich erklärbar ist, dann kann es trotzdem ein Geschenk Gottes sein. Leider gibt es auch noch das wiedergöttliche Wirken in der Welt. Das heißt, nicht in allem wirkt Gott. Gott wirkt immer das Gute und Heilbringende, der Teufel verursacht das Zerstörerische, und wir Menschen bewirken – je nach dem, wie wir leben – beides, mal das eine, mal das andere.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du wahrer Mensch bist. Für die Juden war es zunächst verwirrend, weil sie dich von klein an kannten. Aber wir sollen an dich glauben. Du hast dich als Gott-Mensch offenbart. Und genau auf diese Weise willst du uns nah sein. Genau auf diese Weise willst du uns erlösen. Ich danke dir für deine menschliche Nähe, und zugleich bete ich dich an als meinen Gott.

Pastor Roland Bohnen

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