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Tagesimpuls

Und dieses Gerücht verbreitete sich bei Juden bis heute. (Mt 28,15)

01 Woche der Osterzeit Dienstag

Evangelium

Mt 28, 8–15

Nachdem die Frauen die Botschaft des Engels vernommen hatten,
8 verließen sie sogleich das Grab voll Furcht und großer Freude
und sie eilten zu den Jüngern,
um ihnen die Botschaft zu verkünden.
9 Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen
und sagte: Seid gegrüßt!
Sie gingen auf ihn zu,
warfen sich vor ihm nieder
und umfassten seine Füße.
10 Da sagte Jesus zu ihnen:
Fürchtet euch nicht!
Geht und sagt meinen Brüdern,
sie sollen nach Galiläa gehen
und dort werden sie mich sehen.
11 Noch während die Frauen unterwegs waren,
siehe, da kamen einige von den Wächtern in die Stadt
und berichteten den Hohepriestern alles, was geschehen war.
12 Diese fassten gemeinsam mit den Ältesten den Beschluss,
die Soldaten zu bestechen.
Sie gaben ihnen viel Geld
13 und sagten: Erzählt den Leuten:
Seine Jünger sind bei Nacht gekommen
und haben ihn gestohlen, während wir schliefen.
14 Falls der Statthalter davon hört,
werden wir ihn beschwichtigen
und dafür sorgen, dass ihr nichts zu befürchten habt.
15 Die Soldaten nahmen das Geld
und machten alles so, wie man es ihnen gesagt hatte.
Und dieses Gerücht
verbreitete sich bei Juden bis heute.

Tagesimpuls

Und dieses Gerücht verbreitete sich bei Juden bis heute. (Mt 28,15)

Wir sehen, wie sehr die Zeichen, die Gott schenkt, an den Glauben der Menschen gebunden sind. Man könnte, wenn man sehr skeptisch wäre, sagen: Der Mensch sieht nur, was er sehen will. Diese skeptische Einstellung wird in der Philisophie so weit getrieben, dass viele sagen, es gäbe überhaupt keine Objektivität. Alles sei nur vom Subjekt abhängig. Das ist der Relativismus, den wir heute so oft erleben. Man sagt: „Das ist deine Wahrheit.“ Nach dieser Philosophie gibt es keine objektive Wahrheit mehr, sondern nun noch eine Wahrheit für mich uns für dich.

Und dieses Gerücht verbreitete sich bei Juden bis heute.

Aber ich finde diese Einstellung übertrieben. Es ist etwas Richtiges daran, dass die Wahrnehmung des Menschen sehr stark subjektiv geprägt ist. Und ein Mensch kann sich selbst etwas vormachen. Wenn man sich eine Lüge nur oft genug einredet, dann glaubt man nachher selbst daran. Aber trotzdem ist der Mensch auch lernfähig. Er kann Dinge annehmen, die nicht seinem Erfahrungshorizont entsprechen, und sogar auch Wahrheiten, die ihm vielleicht unangenehm sind. Es kommt auf die Person an. Manche sind offener, manche sind nicht offen.

Und dieses Gerücht verbreitete sich bei Juden bis heute.

Diejenigen, die nicht offen sind, glauben nun an das Gerücht, dass der Leichnam geklaut worden wäre. So ist es bis heute. Es mag verschiedene Begründungen geben, aber es läuft immer darauf hinaus: Wer nicht glauben will, der wird Gründe finden, mit denen er seinen Standpunkt scheinbar untermauern kann. Es gibt aber auch viele Menschen, die sich durch Tatsachen überzeugen lassen. Dabei spielt das glaubwürdige Zeugnis eine besondere Rolle. Wenn man Menschen kennt und ihnen vertraut, dann kann man auch etwas von ihnen annehmen, was man ansonsten nicht geglaubt hätte.

Und dieses Gerücht verbreitete sich bei Juden bis heute.

Also das Fazit ist: Es gibt den Relativismus, es gibt Menschen, die nur das anerkennen, was sie sehen wollen. Aber das ist nur die eine Seite. Es gibt auch viele offene Menschen, die ein authentisches Glaubenszeugnis ernst nehmen und sich davon berühren lassen. Sonst hätte sich der christliche Glaube nicht über die ganze Welt ausgebreitet.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass nicht alle Menschen Skeptiker sind. Ich danke dir, dass du die Sehnsucht nach dem Glauben in die Herzen der Menschen legst. Hilf uns, dass wir uns nicht verunsichern lassen durch Menschen, die sowieso nicht glauben wollen, sondern dass wir gern unser Zeugnis geben, wie wir dich erfahren haben, und dass wir damit vielen Menschen helfen, dich zu finden.

Pastor Roland Bohnen

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