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Tagesimpuls

Sie meinte, es sei der Gärtner. (Joh 20,15)

01 Woche der Osterzeit Mittwoch

Evangelium

Joh 20, 11–18

In jener Zeit
11 stand Maria von Mágdala draußen vor dem Grab und weinte.
Während sie weinte,
beugte sie sich in die Grabkammer hinein.
12 Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen,
den einen dort, wo der Kopf,
den anderen dort,
wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.
13 Diese sagten zu ihr: Frau, warum weinst du?
Sie antwortete ihnen:
Sie haben meinen Herrn weggenommen
und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben.
14 Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um
und sah Jesus dastehen,
wusste aber nicht, dass es Jesus war.
15 Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du?
Wen suchst du?
Sie meinte, es sei der Gärtner,
und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast,
sag mir, wohin du ihn gelegt hast!
Dann will ich ihn holen.
16 Jesus sagte zu ihr: Maria!
Da wandte sie sich um
und sagte auf Hebräisch zu ihm:
Rabbúni!, das heißt: Meister.
17 Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest;
denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen.
Geh aber zu meinen Brüdern
und sag ihnen:
Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater,
zu meinem Gott und eurem Gott.
18 Maria von Mágdala kam zu den Jüngern
und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen.
Und sie berichtete,
was er ihr gesagt hatte.

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Sie meinte, es sei der Gärtner. (Joh 20,15)

In diesem Jahr geht mein Augenmerk dahin, wie die einzelnen Osterberichte in einem Zusammenhang verstanden werden können, ohne dass Widersprüche entstehen. Bisher hatte ich noch nie so intensiv darüber nachgedacht. Und die Schlussfolgerung einiger Bibelwissenschaftler, besonders derer aus Deutschland, dass die (scheinbaren) Widersprüche dadurch zu erklären wären, dass die Berichte nicht den historischen Tatsachen entsprechen würden, konnte ich nicht akzeptieren. So eine wichtige Sache kann und darf man nicht schlampig aufschreiben, ohne darauf zu achten, ob es wirklich so geschehen ist. Und zu behaupten, dass die Evangelien erst Jahrzehnte später aufgeschrieben worden wären, kann ich auch nicht akzeptieren. Ich kann gut nachvollziehen, dass es vor der schriftlichen Tradition eine mündliche Tradition gegeben hat. Das liegt ja in der Natur der Sache. Aber ich glaube nicht, dass irgendetwas falsch wiedergegeben worden ist, weil man sich nicht mehr so genau daran erinnern konnte.

Sie meinte, es sei der Gärtner.

Wenn also alle Erzählungen richtig sind, dann gingen alle der genannten Frauen gemeinsam zum Grab. Aber später müssen sie sich getrennt haben. Der Engel erscheint im Matthäusevangelium den Frauen auf dem Weg zu den Jüngern (und hier wird nicht gesagt, dass noch alle zusammen waren). Währenddessen lief Maria Magdalena zu Petrus und Johannes und erlebte den Auferstandenen so, wie es im Johannesevangelium geschildert ist.

Sie meinte, es sei der Gärtner.

Die Frauen auf dem Weg (bei Matthäus) erkannten Jesus sofort. Maria Magdalena hat zunächst Schwierigkeiten, Jesus zu erkennen. Das erinnert an die Jünger von Emmaus, die Jesus zunächst auch nicht erkannten. Vielleicht hat es mir der Trauer zu tun. Durch die Trauer ist man sehr bei sich selbst und sieht alles in einem trüben Licht. Man erkennt schwerer die Zeichen der Hoffnung, die positiven Dinge.

Sie meinte, es sei der Gärtner.

Was kann das für uns bedeuten? Ich glaube, dass es zeigen soll, dass Jesus bei uns ist und wir ihn nicht erkennen. Auch die Engel, die uns umgeben, erkennen wir kaum. Wir können aber versuchen, aufmerksam zu werden für die geistige Welt, die uns umgibt. Und wir sollen, egal was uns belastet, versuchen, nicht nur bei uns selbst zu sein, sondern immer noch offen für die Zeichen, die Gott uns sendet.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mehr und stärker bei mir bist, als ich es empfinde. Ich danke dir auch für die Engel, die mich umgeben und beschützen. Bitte steh mir bei und hilf mir, dich zu erkennen und das zu erkennen, was du mir zeigen möchtest.

Pastor Roland Bohnen

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