Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. (Joh 20,26)

02 Sonntag der Osterzeit Weißer Sonntag

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes
Joh 20, 19–31

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!
Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.
Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!
Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten.
Thomas, der Dídymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.
Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht.
Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!
Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott!
Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind.
Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Tagesimpuls

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. (Joh 20,26)

Die Jünger waren nicht alle zusammen. Aber denen, die am Ostersonntag zusammen waren, erschien Jesus. Er schenkt ihnen den Heiligen Geist und bekräftigt ihre Sendung. Sie sollen im Namen Jesu den Menschen die Sünden erlassen und mit Gott versöhnen. Die Sünden sind das, was uns von Gott trennt. Durch die Sündenvergebung wird die Verbindung mit Gott wiederhergestellt.

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei.

Als die Jünger dem Thomas berichten, kann er es nicht glauben. Aber dann macht er doch einen Glaubensschritt, indem er am nächsten Sonntag doch dazukommt. Wenn er dem Zeugnis der anderen Jünger gar nicht glauben würde, dann würde er auch nicht kommen. Aber er kommt und lässt sich darauf ein. Und das wird belohnt. Jesus zeigt sich ihm, und das ist das größte Zeichen, was man überhaupt bekommen kann. Er darf den leibhaftigen Jesus berühren. Sein anfänglicher Glaube, der nur auf dem Zeugnis der Jünger beruhte, wird nun enorm vertieft durch die eigene Glaubenserfahrung.

Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei.

Jesus sagt, wir sollen auch glauben, wenn wir nicht sehen. Zugleich wird von den vielen Zeichen gesprochen, die gar nicht alle aufgeschrieben werden können. Die Bibel will also nicht sagen, dass es keine Zeichen gäbe oder dass Zeichen nicht wichtig wären. Im Gegenteil, die Zeichen sind aufgeschrieben, damit wir glauben. Aber wir brauchen immer schon einen anfänglichen Glauben an das Zeugnis der Kirche. Dann sollen wir entsprechende Glaubensschritte machen. Hier ist es, am Sonntag an der Gemeinschaft der Jünger teilnehmen. Und dann empfangen wir auch die Zeichen, die Jesus auch heute noch vielfältig und in reichem Maße schenkt.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du jeden Sonntag in der Eucharistiefeier real präsent bist. Ich danke dir, dass auch wir Zeichen bekommen, wenn wir glauben. Schenke unseren Sonntagsfeiern wieder eine große Ausstrahlung, dass der Glaube der Gemeinschaft Menschen anzieht, die dich dann auch erfahren dürfen.

Pastor Roland Bohnen

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