Da lachten sie ihn aus. (Mt 9,24)

14 Woche im Jahreskreis Montag

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 9, 18–26

In jener Zeit, als Jesus redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf und sie wird leben!
Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern.
Und siehe, eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutfluss litt, trat von hinten heran und berührte den Saum seines Gewandes; denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt.
Jesus wandte sich um, und als er sie sah, sagte er: Hab keine Angst, meine Tochter, dein Glaube hat dich gerettet! Und von dieser Stunde an war die Frau geheilt.
Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers kam und die Flötenspieler und die Menge der klagenden Leute sah, sagte er: Geht hinaus! Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus.
Als man die Leute hinausgeworfen hatte, trat er ein und fasste das Mädchen an der Hand; da stand es auf.
Und die Kunde davon verbreitete sich in der ganzen Gegend.

Tagesimpuls

Da lachten sie ihn aus. (Mt 9,24)

Wir müssen den Mut haben, uns für Jesus manchmal lächerlich zu machen. Jesus wurde ausgelacht, weil er das Übernatürliche verkündet hat, etwas, was die Menschen unglaublich fanden. Aber dann ist es geschehen, und die Menschen konnten es mit eigenen Augen sehen. So geht es uns auch. Wenn wir nicht an das Übernatürliche glauben, werden wir wohl nie mit einem Menschen für Heilung beten. Wenn wir aber beten, werden manche Menschen das nicht verstehen. Sie werden vielleicht auch über uns lachen. Sie werden uns für naiv halten. Unser Verhalten passt nicht in die Gesellschaft.

Da lachten sie ihn aus.

Vom Heiligen Philipp Neri sind manche Anekdoten überliefert, dass er Menschen empfohlen hatte, Übungen zu machen, wodurch sie sich lächerlich machen sollten gegenüber der Gesellschaft. Z.B. sollte ein Priester einmal mit verkehrt herum angezogener Kleidung durch Rom laufen. Oder ein anderer sollte sich seinen Bart nur auf einer Seite scheren. Diese Übungen sollten ihnen helfen, die Menschenfurcht zu überwinden.

Da lachten sie ihn aus.

Immer wieder passieren uns Missgeschicke. Z.B. beklettert sich jemand beim Essen und es ist peinlich. Oder man hat ein neues Auto und gleich ist ein großer Kratzer darauf. Oder man hat etwas Wichtiges vergessen und alle Leute sehen das. Solche Peinlichkeiten können uns helfen, unseren Stolz zu bekämpfen. Wenn wir nie anecken wollen, wenn wir nicht bereit sind, uns lächerlich zu machen vor den Menschen, dann können wir Jesus nicht nachfolgen. Wenn wir aber unseren Stolz ablegen, dann werden wir feststellen, dass die Menschen uns so lieben wie wir sind, und dass es gar nicht darauf ankommt, ob wir so einen seriösen Eindruck bei den Menschen erwecken, wie wir gerne möchten.

Da lachten sie ihn aus.

Wie wichtig ist mir das Ansehen der anderen? Habe ich mich schon einmal blamiert um Jesus Willen – z.B. indem ich mit einer Person gebetet habe, wo auch andere dabei waren, wo es mich Überwindung gekostet hat? Jemand hatte ein Gespräch mit einer Person im Zugabteil, und sie kamen zu dem Punkt, wo er für sie beten wollte. Aber genau jetzt kam eine Haltestelle, und mehrere andere stiegen ein und das Abteil füllte sich. Jetzt musste er sein Versprechen wahr machen, obwohl so viele andere dazugekommen waren. Das kostet Überwindung. Aber genau das ist der Moment, wo man riskieren muss, sich für Jesus lächerlich zu machen.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du dich vom Lachen der anderen nicht hast abhalten lassen. Bitte schenke auch mir den Mut, meine Menschenfurcht zu überwinden. Ich will bereit sein, mich für dich lächerlich zu machen.

Pastor Roland Bohnen

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2 Kommentare

  1. Danke! Mir hat schon mal jemand gesagt (ein Atheist, mit dem ich befreundet bin), ich solle mich doch nicht immer gleich lächerlich machen, wenn ich mit den Menschen über Jesus rede. Ich habe ernsthaft überlegt, ob er Recht haben könnte, bin aber zum Gegenteil gelangt, abgesehen davon, daß ich manchmal nicht darüber schweigen kann. Aber natürlich habe ich auch Situationen erlebt, in denen ich mich nicht getraut habe. Wir brauchen immer die Gnade Gottes und solche Versagen aus Menschenfurcht hilft mir ja auch wieder das zu erkennen und nicht hochmütig zu werden. Liebe Grüße und einen gesegneten Tag.

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