Macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. (Mt 10,19)

14 Woche im Jahreskreis Freitag

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 10, 16–23

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Aposteln: Seht, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe; seid daher klug wie die Schlangen und arglos wie die Tauben!
Nehmt euch aber vor den Menschen in Acht! Denn sie werden euch an die Gerichte ausliefern und in ihren Synagogen auspeitschen.
Ihr werdet um meinetwillen vor Statthalter und Könige geführt werden, ihnen und den Heiden zum Zeugnis.
Wenn sie euch aber ausliefern, macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt.
Nicht ihr werdet dann reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden.
Der Bruder wird den Bruder dem Tod ausliefern und der Vater das Kind und Kinder werden sich gegen die Eltern auflehnen und sie in den Tod schicken.
Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden; wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet.
Wenn man euch in der einen Stadt verfolgt, so flieht in eine andere. Denn, amen, ich sage euch: Ihr werdet nicht zu Ende kommen mit den Städten Israels, bis der Menschensohn kommt.

Tagesimpuls

Macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt. (Mt 10,19)

Wenn man vor etwas Angst hat, dann kreisen die Gedanken darum und man ist ständig dabei, sich Worte zurechtzulegen, die man dann sagen will. Jesus möchte uns diese Angst nehmen und durch ein tiefes Gottvertrauen ersetzen. Der Vater kennt uns, er weiß, was wir brauchen. Und seine Vorsehung geht so weit, dass er nicht nur für unsere materiellen Bedürfnisse sorgt. Er sorgt auch dafür, dass wir im richtigen Moment wissen, was wir sagen sollen.

Macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt.

Soll man deshalb nie eine Rede vorbereiten? Ich glaube, so ist es nicht gemeint. Es ist etwas anderes, ob ich eine Rede vorbereite, oder ob meine Gedanken aus Angst immer um dasselbe Thema kreisen. Es geht um die Unterscheidung der Geister. Erlaube ich Gedanken der Angst sich meiner zu bemächtigen, oder lasse ich mich von den Eingebungen des Heiligen Geistes führen? Der Heilige Geist will führen, wenn wir eine Rede vorbereiten und wenn wir sie halten.

Macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde eingegeben, was ihr sagen sollt.

Hier gebraucht Jesus das Wort „Sorgen“. Sorgen und Angst sind beides negative Dinge. „Sorgen“ kann auch eine positive Bedeutung haben, z.B. wenn jemand für seine Familie sorgt. Aber hier ist es eindeutig negativ gemeint, denn die Sorgen wollen das Gottvertrauen auslöschen. Wir dürfen uns also nicht täuschen lassen. Diese Art von Sorge ist gar nicht gut, sie hat nichts Gutes an sich. Sie ist zerstörerisch und will uns lähmen, damit wir nicht so sind, wie wir sein könnten. Jesus will uns davon befreien, indem wir ihm und dem Heiligen Geist vertrauen.

Gebet:

Jesus, ich kenne sehr gut diese von Angst erfüllten Gedanken, die mich quälen. Aber du willst mich davon befreien. Bitte schenke mir die Unterscheidung der Geister, dass ich erkenne, wie dein Geist mich führen will und wie der Geist des Widersachers mich lähmen will. Schenke mir ein tiefes Gottvertrauen, damit ich so sein kann, wie ich wirklich bin, wie du mich geschaffen hast.

Pastor Roland Bohnen

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