In jener Zeit begann Jesus, den Städten, in denen er die meisten Machttaten getan hatte, Vorwürfe zu m achen, weil sie nicht Buße getan hatten. (Mt 11,20)
15 Woche im Jahreskreis Dienstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 11, 20–24
In jener Zeit begann Jesus, den Städten, in denen er die meisten Machttaten getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie nicht Buße getan hatten: Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon die Machttaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind – längst schon wären sie in Sack und Asche umgekehrt.
Das sage ich euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als euch.
Und du, Kafarnaum, wirst du etwa bis zum Himmel erhoben werden? Bis zur Unterwelt wirst du hinabsteigen. Wenn in Sodom die Machttaten geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann stünde es noch heute.
Das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts erträglicher ergehen als dir.
Tagesimpuls
In jener Zeit begann Jesus, den Städten, in denen er die meisten Machttaten getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie nicht Buße getan hatten. (Mt 11,20)
Im Sonntagsevangelium hörten wir von einer gewissen Enttäuschung Jesu, dass seine Worte nicht bei allen Menschen auf fruchtbaren Boden gefallen sind. Aber dabei bleibt es nicht. Jesus ist nicht nur traurig, sondern er erklärt auch die Konsequenzen, die das für die Menschen hat. Es wird einmal ein Gericht geben, und dann wird das Verhalten der Menschen Konsequenzen haben. Genau genommen ist das der Grund, warum Jesus traurig ist. Es geht ihm nicht um sich selbst, weil die Menschen ihm nicht glauben, sondern er leidet – mehr als wir – unter den Konsequenzen, die das in der Ewigkeit haben wird.
In jener Zeit begann Jesus, den Städten, in denen er die meisten Machttaten getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie nicht Buße getan hatten.
Es ist bemerkenswert, dass Jesus hier von ganzen Städten spricht. Eigentlich müsste er doch von einzelnen Personen sprechen. Aber hier wird deutlich, dass wir soziale Wesen sind, und hier wird sehr deutlich, wie groß der Einfluss der Menschen aufeinander ist. Wenn es ein negativer Einfluss ist, dann kann man auch von Verführung sprechen. Und genau so ist es: Massen werden verführt durch unsinnige Ideologien. Natürlich hat jeder einzelne auch eine Verantwortung. Wir werden uns beim Gericht nicht herausreden können, dass wir nur das gemacht haben, was modern war, was alle gemacht haben. Aber die Gesellschaft hat eine sehr große Verführungskraft, und der müssen wir als Christen widerstehen.
In jener Zeit begann Jesus, den Städten, in denen er die meisten Machttaten getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie nicht Buße getan hatten.
Mir gefällt das Wort „Buße tun“ sehr gut. Man tut Buße für sich selbst, aber auch für die Familie, die Stadt und für die Gesellschaft. Wenn wir Buße tun, sind wir so wie Jesus bei der Taufe. Wir sagen nicht: „Ich bin doch ein guter Mensch, ich brauche das nicht.“ Wie Jesus sich taufen lässt mit allen anderen, die Buße tun, so tun wir auch Buße mit und für unsere ganze Gesellschaft, natürlich zu allererst auch für uns selber. Wenn wir Buße tun, dann immer mit der Haltung: „Ich bin nicht besser als meine Väter, ich bin nicht besser als alle anderen.“
In jener Zeit begann Jesus, den Städten, in denen er die meisten Machttaten getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie nicht Buße getan hatten.
Vielleicht fragt jemand, wie man denn konkret Buße tun kann. Im Gebet können wir Gott um Verzeihung bitten, in der Beichte, dann wenn wir einen Ablass* gewinnen, wenn wir fasten oder wenn wir ein Opfer aus Liebe auf uns nehmen. Dass Wesentliche ist, dass wir Gott um Vergebung bitten, damit die Folgen unserer Sünden ungeschehen gemacht werden durch seine Erlösung durch das Kreuzesopfer. Wichtig ist auch, dass wir nicht nur individuell Buße tun, sondern auch als Gemeinschaft, als Gemeinde, als Kirche. Auch politische Gemeinden, Dörfer oder Städte können Buße tun, wenn die Menschen das miteinander so wollen und vereinbaren.
Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass wir Buße tun können und dürfen, und dass dadurch die Folgen unserer Sünden ausgelöscht werden. All das ist dein Verdienst, weil du am Kreuz gestorben bist, um die Sünden und die Folgen der Sünden hineinzunehmen.

Persönliche Gedanken zum heutigen Tagesvangelium und Impuls von Viktor-Maria Stein/Eggenfelden.
Die Trauer Jesu über uns betrifft den Unverstand der Menschen, so auch wenn es heißt „und Jesus weinte“.
In der Bibel (Joh. 11,35) steht an dieser Stelle der kürzeste Vers: „Jesus weinte.“ In den Werken des christlichen Mystikers Jakob Lorber wird dieses Weinen am Grab des Lazarus tiefer gedeutet. Die Tränen zeigen demnach nicht primär Trauer über den Tod, sondern tiefes Mitgefühl mit der menschlichen Schwäche und dem Unverstand der Umstehenden.
Die Deutung in den Lorber-Werken (z.B. „Das große Evangelium Johannis“):
Keine Verzweiflung über den Tod: Jesus weinte nicht, weil er um Lazarus trauerte. Er wusste, daß Er ihn gleich auferwecken würde.
Mitleid mit dem Unglauben: Seine Tränen flossen aus echtem menschlichen Mitgefühl, weil die anwesenden Juden trotz all der Zeichen und Wunder, die er zuvor getan hatte, immer noch so blind und zweifelnd waren.
Das Leid der Welt: Das Weinen ist Ausdruck der göttlich-menschlichen Liebe, die mitempfindet, wie sehr die Menschheit durch ihre Abkehr vom Geistigen leidet und in der Materie gefangen ist.
In diesem Sinne, GELOBT SEI JESUS-CHRISTUS, IN EWIGKEIT – AMEN.
Herzlich,
Gruß Viktor-Maria 👍 🙏 😀.