Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters. (Mt 18,10)
19 Woche im Jahreskreis Dienstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 18, 1–5.10.12–14
In jener Stunde kamen die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist denn im Himmelreich der Größte?
Da rief er ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, werdet ihr nicht in das Himmelreich hineinkommen.
Wer sich so klein macht wie dieses Kind, der ist im Himmelreich der Größte.
Und wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf.
Hütet euch davor, einen von diesen Kleinen zu verachten! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.
Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück, geht hin und sucht das verirrte?
Und wenn er es findet – amen, ich sage euch: Er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben.
So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.
Tagesimpuls
Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters. (Mt 18,10)
Hier ist der wichtigste und klarste Beleg dafür, dass es Schutzengel gibt. Jeder Mensch hat wenigstens einen Engel, den Gott ihm beigestellt hat. Wenn Menschen solche Aussagen nur symbolisch verstehen, dann würde ich sie fragen, wie Jesus das denn hier gemeint haben könnte. Manche sagen, mit einem Engel sei ein lieber Mensch gemeint. Aber das würde an dieser Stelle gar keinen Sinn machen. Es ist aber auch erstaunlich, dass manchmal dieselben Katholiken, die auf der einen Seite behaupten, dass die katholische Tradition nur symbolisch zu verstehen sei, sich auf der anderen Seite modernen esoterischen Strömungen zuwenden und dann keine Probleme damit haben, wenn in phantasievoller Weise die unsichtbare Welt beschrieben wird. Dann ist der moderne rationale Mensch auf einmal gar nicht mehr rational, dann glaubt er an alles, was man ihm sagt.
Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.
Aber was andere Menschen machen und glauben, sollte uns gar nicht beeinflussen. Wir glauben an Jesus und an alles, was Jesus offenbart hat. Und dazu gehört definitiv die Tatsache, dass wir Schutzengel haben. Interessanterweise sagt Jesus nicht, dass sie uns sehen und alles, was und geschieht, sondern er sagt, dass sie das Angesicht des Vaters sehen. Damit bilden sie eine Brücke. Im Sonntagsevangelium war der Fehler des Petrus, dass er nicht genug auf Jesus geschaut hatte. Die Engel dagegen schauen ständig auf Gott. Sie schauen sozusagen auch für uns auf Gott, wenn wir ihn mal aus den Augen verloren haben. Mein Schutzegel betet also weiter, wenn ich einmal nicht bete.
Ihre Engel im Himmel sehen stets das Angesicht meines himmlischen Vaters.
Ist die Macht der Schutzengel begrenzt? Das mag sein, aber ich glaube, dass wir die Grenze noch lange nicht erreicht haben. Vielleicht sind unsere Schutzengel arbeitslos, weil wir sie nicht genügend aktivieren. Sie wollen helfen, sie wollen von uns aktiviert werden. Sie könnten weitaus mehr tun, wenn wir sie mehr beauftragen würden. Nehmen wir uns heute Zeit, um unseren Schutzengeln zu danken für alles, was sie unternehmen, auch wenn wir nicht an sie gedacht haben, und bitten wir sie in all unseren Anliegen, dass sie noch mehr aktiv werden können!
Gebet:
Jesus, ich danke dir für unsere heiligen Schutzengel! Heiliger Schutzengel, ich danke dir, dass du mich so gut beschützt hast. Bitte hilf mir dabei, dass ich heute oft an dich denke und dass ich dich in alles einbeziehe, was heute ansteht.
Pastor Roland Bohnen
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