Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. (Lk 1,48)
Maria Himmelfahrt
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 1, 39–56
In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.
Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.
Und es geschah: Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?
Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.
Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Denn der Mächtige hat Großes an mir getan und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind; er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.
Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen, das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.
Tagesimpuls
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. (Lk 1,48)
Es gibt keine Bibelstelle, in der ausdrücklich gesagt wird, dass Maria in den Himmel aufgefahren ist. So ist die Tatsache, dass dieses Fest in der katholischen Kirche gefeiert wird, für manche Christen eine Herausforderung. Es ist die Herausforderung, daran zu glauben, dass der Heilige Geist die Mehrheit der Christen in der Katholischen Kirche mehr leitet als mich persönlich. Oder anders gesagt, ob ich vertrauen kann, dass unzählige Christen vergangener Generationen schlauer sind als vielleicht ich es bin. Wenn jemand dagegen denkt, dass nur er die Weisheit habe, und dass nur das gültig sein kann, was er selbst nachvollziehen kann, dann ist dieses Fest für ihn vielleicht schwierig.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Ich persönlich vertraue voll auf die Kirche. Ich habe im Laufe meines Lebens schon so viel gelernt, was ich zunächst noch nicht nachvollziehen konnte. Wenn ich immer bei dem stehen geblieben wäre, was ich von mir aus verstehe, dann wäre ich nicht weit gekommen. Müssen wir an dieser Stelle nicht einmal aufräumen mit der Illusion, wir könnten alles von uns aus ergründen, ohne uns auf vertrauenswürdige und glaubwürdige andere Menschen zu verlassen? Ist es nicht vielmehr die Frage, wem ich vertraue, statt ob ich überhaupt anderen vertraue? Kommen wir im Leben ohne Vertrauen überhaupt aus? Das gilt für die Wissenschaft genauso wie für die Wirtschaft. Das gilt in allen Lebensbereichen. Und es gilt auch für unseren Glauben. Wir vertrauen darauf, dass die Kirche die richtige Lehre formuliert hat.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Meistens werden einem Dinge plausibler, wenn man einmal Vertrauen geschenkt hat. Ich z.B. fragte mich, warum man den Rosenkranz mit wiederholenden Gebeten beten sollte. Ich hatte damals den Marienerscheinungen vertraut und mit dem Rosenkranz begonnen. Heute ist es mein Lieblingsgebet geworden. Inzwischen verstehe ich auch viel besser, warum man das tut. Es gibt Wiederholungen an so vielen Orten, z.B. beim Taizé Gebet, in der Ostkirche beim Jesusgebet, auch in der Liturgie (vor allem in der Ostkirche, aber auch im alten katholischen Ritus) – und sogar in anderen Religionen, z.B. die Mantras. Die Wiederholungen dienen dazu, ruhig und fokussiert zu werden auf Gott.
Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
Jesus sagte zu Johannes und auch zu uns: „Siehe, deine Mutter!“ Wir sollen und dürfen Maria in unser Leben aufnehmen. Wer dies vollzogen hat, wird es niemals bereuen.
Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass du uns Maria auch als unsere Mutter geschenkt hast. Ich vertraue dir und dem Heiligen Geist, der in unserer Kirche wirkt, dass du alles richtig gemacht hast. Ich will Maria als meine Mutter annehmen, so wie du es gesagt hast.
Pastor Roland Bohnen
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Vielen Dank.,für so viele klare Worte.