Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich. (Mt 19,26)

20 Woche im Jahreskreis Dienstag

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 19, 23–30

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, ich sage euch: Ein Reicher wird schwer in das Himmelreich kommen.
Nochmals sage ich euch: Leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.
Als die Jünger das hörten, gerieten sie ganz außer sich vor Schrecken und sagten: Wer kann dann noch gerettet werden?
Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich.
Da antwortete Petrus: Siehe, wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?
Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet auch ihr, die ihr mir nachgefolgt seid,
auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.
Und jeder, der um meines Namens willen Häuseroder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Kinder oder Äcker verlassen hat, wird dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben erben.
Viele Erste werden Letzte sein und Letzte Erste.

Tagesimpuls

Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich. (Mt 19,26)

Ohne die Gnade Gottes können wir nicht das Reich Gottes suchen. Ohne diese Gnade bleiben wir im Weltlichen verstrickt. Wir sehen, wie die Jünger durch die Worte Jesu zunächst entmutigt werden. Genauso kann es uns Christen gehen. Wir sehen, wie wir eigentlich leben sollten. Wir sollten asketisch leben, nicht die Welt, sondern das Reich Gottes suchen, und dann erleben wir unser Scheitern. Hier ist es sehr wichtig, zu sehen, dass es für Menschen unmöglich ist, es geht nur mit einer besonderen Gnade.

Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich.

Ich selbst erlebe die Gnade meistens, nachdem ich gebeichtet habe. Ich weiß noch, wie ich zu Beginn meines bewussten christlichen Lebens gebeichtet hatte, weil ich darauf vertraut hatte, dass es richtig ist, wenn man das macht. Ich hatte auch keine inneren Widerstände. Aber ich erlebte auch nichts Besonderes. Ich weiß noch, wie ich Gott darum gebeten hatte, dass ich durch die Beichte einen Unterschied in meinem Leben merke. Dieses Gebet wurde erhört. Jetzt ist es so, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen kann, wie ich die Gnade zu einem christlichen Leben bekommen könnte ohne die Beichte.

Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich.

Natürlich müssen wir auch mit der Gnade mitwirken. Ich kann nicht sagen: „Mir ist alles egal! Wenn Gott will, kann er mir ja die Gnade schenken.“ Ich kann es nur so schreiben, wie ich es erlebe: Ich habe die Sehnsucht nach dem christlichen Leben, ich erlebe mein Scheitern, ich erlebe auch, dass ich mich nicht so bemühe, wie ich vielleicht könnte. Aber nach der Beichte geht es deutlich besser. Das ist kein Laissez faire. Aber es ist auch nicht das Produkt meiner Bemühungen. Es ist eben Gnade. Und die Weise, wie wir dann trotzdem mitwirken, ist irgendwie geheimnisvoll, wir können es nie ganz verstehen.

Für Menschen ist das unmöglich, für Gott aber ist alles möglich.

Ich weiß nur eins: Ich habe eine große Sehnsucht, ganz im Göttlichen zu leben und die Welt nicht zu suchen. Und ich erbitte täglich die Gnade, dass sich dies in meinem Leben vollzieht. In der christlichen Gemeinschaft fällt es mir auch leichter, wie z.B. auf der Wallfahrt nach Medugorje, aber auch im Miteinander mit den Mitbrüdern. Gnade fließt geheimnisvoll in mein Leben durch die Sakramente und durch die christliche Gemeinschaft. Und dann wird etwas möglich, was für Menschen unmöglich ist.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mich mit deiner Gnade unterstützt. Ich habe so oft mein Scheitern erlebt, und zugleich habe ich nie resigniert, weil ich genau weiß, dass du mir die Gnade schenkst und schenken wirst, dass ich mit dir das leben kann, was aus menschlicher Sicht unmöglich ist.

Pastor Roland Bohnen

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