Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt die Mücke aus und verschluckt das Kamel. (Mt 23,24)
21 Woche im Jahreskreis Dienstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 23, 23–26
In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz außer Acht: Recht, Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen.
Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt die Mücke aus und verschluckt das Kamel.
Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr haltet Becher und Schüsseln außen sauber, innen aber sind sie voll von Raffsucht und Gier.
Du blinder Pharisäer! Mach den Becher zuerst innen sauber, dann ist er auch außen rein.
Tagesimpuls
Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt die Mücke aus und verschluckt das Kamel. (Mt 23,24)
Ich sehe das immer wieder in Religionen, dass man sich sehr auf äußerliche Befolgung von Regeln konzentriert. Und man muss sich wirklich fragen, ob diese Regeln so wichtig sind. Nach Jesus ist der Wille Gottes etwas ganz anderes. Jesus möchte unsere Herzen von jeder Form der Sünde reinigen. Und das kann er auch. Die anderen Religionen wissen das nicht. Sie können nur Verhaltensanweisungen geben, wie man angeblich leben müsse, um Gott zu gefallen.
Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt die Mücke aus und verschluckt das Kamel.
Jesus zeigt, dass die Pharisäer die falschen Prioritäten setzen. Sie halten sich an unwichtigen Dingen auf (die Mücken), und was wirklich wichtig ist, vernachlässigen sie (die Kamele). Das passt zu uns Menschen. Wir tun die Dinge gern, die uns leicht fallen, und erwarten das auch von den anderen. Stattdessen sollten wir prüfen, was in den Augen Gottes wichtig ist, was aus seiner Sicht Priorität hat.
Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt die Mücke aus und verschluckt das Kamel.
Ich frage mich, ob es die hier von Jesus beschriebene Gefahr auch bei uns Christen gibt. Das kann dann passieren, wenn wir die Beziehung zu Jesus, der die Sünden hinwegnimmt und unsere Herzen reinigt, vernachlässigen. Es wäre eine Entstellung des christlichen Glaubens, wenn wir ihn auf Verhaltensregeln reduzieren würden. Natürlich gibt es in unserem Verhalten auch Dinge, die wir befolgen müssen, damit wir in der Beziehung zu Jesus bleiben. Wir brauchen die Sakramente, wir brauchen das Gebet, wir brauchen auch die christliche Gemeinschaft. Ohne das wird unsere Beziehung zu ihm immer oberflächlicher. Das sind unsere wahren Prioritäten! Die Kirche legt uns keine spezifischen Verhaltensregeln auf außer, dass wir uns in allem bemühen, in der Beziehung zu Jesus zu bleiben. Jesus reinigt dann unsere Herzen und befähigt uns zur Liebe.
Gebet:
Jesus, ich danke dir, dass es in unserem Leben nicht darum geht, Verhaltensregeln zu befolgen, sondern um die Liebesbeziehung zu dir. Bitte hilf mir, diese wahre Priorität nie aus den Augen zu verlieren. Ich will mich aber auch aus Liebe an Regeln halten, die die Gemeinschaft zum Zusammenleben entwickelt hat.
Pastor Roland Bohnen
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