Wer ist denn der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde einsetzte, damit er ihnen zur rechten Zeit die Nahrung gebe? (Mt 24,45)
21 Woche im Jahreskreis Donnerstag
Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 24, 42–51
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seid wachsam! Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.
Bedenkt dies: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht zulassen, dass man in sein Haus einbricht.
Darum haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.
Wer ist denn der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde einsetzte, damit er ihnen zur rechten Zeit die Nahrung gebe?
Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn er kommt!
Amen, ich sage euch: Er wird ihn über sein ganzes Vermögen einsetzen.
Wenn aber der Knecht böse ist und in seinem Herzen sagt: Mein Herr verspätet sich! und anfängt, seine Mitknechte zu schlagen, und mit Zechern isst und trinkt, dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen, an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Heuchlern zuweisen. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.
Tagesimpuls
Wer ist denn der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde einsetzte, damit er ihnen zur rechten Zeit die Nahrung gebe? (Mt 24,45)
Hier sehe ich mich selbst, mich als Priester, der den Menschen Nahrung gibt in der Eucharistie und im Wort Gottes. Vielleicht sieht eine Mutter sich darin, weil sie ihrer Familie Nahrung gibt, oder ein Vater, weil er durch seine Arbeit die Familie ernährt. Wir dürfen es übertragen auf alle Menschen, die ihre ihnen von Gott gegebene sinnvolle Tätigkeit ausüben. Das sind die klugen Knechte.
Wer ist denn der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde einsetzte, damit er ihnen zur rechten Zeit die Nahrung gebe?
Die klugen Knechte leben in innerer Aufmerksamkeit und Wachsamkeit für den Herrn. Manchmal erlebe ich, dass mein Herz sich lieber Ablenkungen zuwenden will. Durch Ablenkungen will ich mich zerstreuen. Oft steckt ein Schmerz dahinter, den ich nicht spüren will. Ich will sozusagen weglaufen in eine Zerstreuung. Der richtige Weg wäre, bei Jesus zu bleiben und mit ihm den Weg der Vergebung zu geben. Denn ein Schmerz rührt von einer Verletzung, und im Zusammenhang mit einer Verletzung muss ich jemandem vergeben. Durch das Vergeben überwinde ich den Schmerz. Aber der schnellere und leichtere Weg scheint die Zerstreuung zu sein. Aber damit wird nichts gelöst. Die Zerstreuung verdeckt den Schmerz, der danach wieder da ist. Die Vergebung dagegen überwindet den Schmerz.
Wer ist denn der treue und kluge Knecht, den der Herr über sein Gesinde einsetzte, damit er ihnen zur rechten Zeit die Nahrung gebe?
Vielleicht gibt es andere Gründe, die uns von der Wachsamkeit abhalten. Vielleicht fühlen wir uns unter Druck und müssen viel arbeiten. Aber dieser Druck kommt auch nicht von Gott. Es ist ein innerer Druck, es ist auch ein Mittel, mit dem wir einen Schmerz kompensieren. Wenn wir genau hinschauen, werden wir erkennen, wie viele Baustellen da noch sind, wo wir eigentlich vergeben müssten. Das kann uns helfen, in einen inneren Frieden hineinzufinden, in dem wir mehr bei Jesus sein können.
Gebet:
Jesus, ich bin oft bei dir, aber ich laufe auch immer wieder weg. Vieles in mir erkenne ich noch nicht. Hilf mir, immer mehr bei dir zu sein und immer mehr’ den Menschen zu verzeihen, die mich verletzt haben und immer wieder verletzen.
Pastor Roland Bohnen
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