Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. (Mt 25,5)

21 Woche im Jahreskreis Freitag

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 25, 1–13

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.
Fünf von ihnen waren töricht und fünf waren klug.
Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die klugen aber nahmen mit ihren Lampen noch Öl in Krügen mit.
Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.
Mitten in der Nacht aber erscholl der Ruf: Siehe, der Bräutigam! Geht ihm entgegen!
Da standen die Jungfrauen alle auf und machten ihre Lampen zurecht.
Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, sonst gehen unsere Lampen aus!
Die klugen erwiderten ihnen: Dann reicht es nicht für uns und für euch; geht lieber zu den Händlern und kauft es euch!
Während sie noch unterwegs waren, um es zu kaufen, kam der Bräutigam. Die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal und die Tür wurde zugeschlossen.
Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr, Herr, mach uns auf!
Er aber antwortete ihnen und sprach: Amen, ich sage euch: Ich kenne euch nicht.
Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde.

Tagesimpuls

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein. (Mt 25,5)

Jesus führt fort mit der Rede über die Wachsamkeit. Gestern habe ich gesagt, dass man sich bemühen soll, immer an Jesus zu denken. Heute spricht Jesus davon, dass die Jungfrauen alle einschlafen. Jesus spricht hier realistisch, denn wir schaffen es nicht, wirklich ständig an Jesus zu denken. Es passiert einfach allen, dass wir mal „einschlafen“. Das kann man direkt verstehen, denn wir alle brauchen unseren Schlaf, oder man kann es auf Lebenssituationen beziehen, wo wir einmal nicht so wachsam gewesen sind.

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.

Aber dann gibt es etwas, was man trotzdem noch behält, auch wenn man eingeschlafen ist. Jesus spricht von dem Öl, dass die klugen Jungfrauen vorausschauend eingekauft hatten. Wir müssten also fragen: Was trägt mich auch dann noch, wenn ich müde geworden bin, wenn meine Wachsamkeit nachgelassen hat? Was ist mit dem Öl gemeint, dass die dummen nicht hatten?

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.

Am Ende sagt Jesus, dass er die klugen kennt und die dummen nicht. Das ist ein Hinweis auf den Unterschied zwischen den beiden. Nun kann ich fragen, wo ich stehe. Kenne ich Jesus? Habe ich eine persönliche Beziehung zu ihm? Um es abzugrenzen gegen das Gegenteil: Manche glauben, dass es irgendetwas geben muss, irgendetwas Höheres. Manche sprechen gern vom Universum. Aber wir sollen Jesus kennen, eine persönliche Beziehung zu ihm pflegen. Kennen bedeutet auch, ihn immer mehr kennenzulernen. Kennen ist nicht statisch, sondern es bedeutet, eine persönliche Beziehung zu pflegen. Wie gut kenne ich Jesus?

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.

Ich denke, dass das Öl auch mit guten Gewohnheiten zu tun hat, die mich dann auch in schweren Zeiten tragen. Wenn jemand etwas wirklich gut kann, dann sagt man: „Das kann er im Schlaf.“ Hier erkennt der Volksmund, dass es etwas gibt, was man selbst im Schlaf nicht verliert. Gute Gewohnheiten wie ein fester Gebetsrhythmus tragen dazu bei, dass wir Jesus immer besser kennenlernen, aber auch, dass wir dann, wenn wir nicht so wachsam sind, trotzdem von ihm getragen werden.

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde und schliefen ein.

Ich sehe sogar noch ein drittes: Wer genug Öl dabei hat ist ein Mensch, der die Sache wichtig nimmt. Ich denke an die Dame, die einmal sagte: „Wenn bei uns Messe ist, dann lebe ich den ganzen Tag daraufhin.“ Mache ich mir Gedanken darüber, wie ich meine Gebetszeiten und die Heilige Messe plane? Oder gibt es Tage, wo ich am Ende des Tages sagen muss: „Heute habe ich es nicht geschafft.“ Es ist schade, wenn einem das erst am Ende des Tages klar wird. Eigentlich müssten wir vorher schauen, wie wir es einplanen können. Wenn es mir wichtig ist, dann nehme ich mir die Zeit und ich plane dementsprechend. Vielleicht hatten die dummen auch keine Zeit zum Einkaufen an dem Tag…

Gebet:

Jesus, ich will dich kennen, ich will gute Gewohnheiten einüben, die mich und unsere Beziehung tragen. Und ich will dich wichtig nehmen.

Pastor Roland Bohnen

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