Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt. (Lk 4,21)

22 Woche im Jahreskreis Montag

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 4, 16–30

In jener Zeit kam Jesus nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um vorzulesen, reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. Er öffnete sie und fand die Stelle, wo geschrieben steht: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn er hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.
Dann schloss er die Buchrolle, gab sie dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet.
Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.
Alle stimmten ihm zu; sie staunten über die Worte der Gnade, die aus seinem Mund hervorgingen, und sagten: Ist das nicht Josefs Sohn?
Da entgegnete er ihnen: Sicher werdet ihr mir das Sprichwort vorhalten: Arzt, heile dich selbst! Wenn du in Kafarnaum so große Dinge getan hast, wie wir gehört haben, dann tu sie auch hier in deiner Heimat!
Und er setzte hinzu: Amen, ich sage euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.
Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam.
Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon.
Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.
Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut.
Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen.
Er aber schritt mitten durch sie hindurch und ging weg.

Tagesimpuls

Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt. (Lk 4,21)

Weil Jesus der Messias ist, kann er heilen und befreien. In seiner Person wird die Prophezeiung verwirklicht. Jetzt, wo er da ist, geschieht es, erfüllt es sich. Und an vielen Orten sind die Heilungen geschehen, die die messianischen Zeichen sind. In Nazareth sollte es sich nun auch erfüllen. Aber da wundern sich die Menschen, weil Jesus der Sohn Josefs ist. Sie denken: Wenn er der Sohn Josefs ist, kann er doch nicht der Messias sein. Sie dachten, der Messias käme irgendwie aus dem Himmel. Leider kann Jesus dort kaum wirken, weil sie nicht an ihn glauben.

Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.

Dieses Heute gilt auch für uns heute. Denn der Messias ist da! Er ist auch bei uns. Er will jetzt bei uns seine Heilszeichen schenken. Er will unter uns heilen und befreien. Sein Heilswirken kulminiert in den Sakramenten. In der Krankensalbung will er heilen, in der Beichte will er befreien. In der Eucharistie ist sein ganzes Wirken verdichtet, denn in der Eucharistie schenkt er sich uns.

Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.

Sein Wirken ist aber nicht auf die Sakramente beschränkt. Er heilt und befreit durch sein Wort, wenn wir an ihn denken und zu ihm beten, wenn wir seinen Namen Jesus aussprechen. Er will heute mit uns und durch uns sein Heilswirken entfalten.

Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.

In Nazareth sehen wir, wie der Unglaube der Menschen Jesu Wirken blockiert. Das kann bei uns auch geschehen. Unser Glaube ist eine wichtige Voraussetzung für sein messianisches Wirken. Wir glauben daran, dass Gott nicht nur ein höheres geistiges Wesen ist, sondern er ist der Schöpfer der Welt, der in der Geschichte von uns Menschen wirken will. Er kann und will uns helfen, dass sich unsere Welt zum Besseren wendet.

Gebet:

Jesus, danke, dass du heute genauso wirkst wie in der Zeit in Israel. Ich will fest an dich glauben, ich vertraue mich dir an. Bitte lass mich und viele Menschen deine heilende und befreiende Kraft erleben.

Pastor Roland Bohnen

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