Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? (Mt 21,31)

26 Sonntag im Jahreskreis

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 21, 28–32

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohepriestern und den Ältesten des Volkes: Was meint ihr? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zum ersten und sagte: Mein Kind, geh und arbeite heute im Weinberg!
Er antwortete: Ich will nicht. Später aber reute es ihn und er ging hinaus.
Da wandte er sich an den zweiten und sagte zu ihm dasselbe. Dieser antwortete: Ja, Herr – und ging nicht hin.
Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? Sie antworteten: Der erste. Da sagte Jesus zu ihnen: Amen, ich sage euch: Die Zöllner und die Dirnen gelangen eher in das Reich Gottes als ihr.
Denn Johannes ist zu euch gekommen auf dem Weg der Gerechtigkeit und ihr habt ihm nicht geglaubt; aber die Zöllner und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt es gesehen und doch habt ihr nicht bereut und ihm nicht geglaubt.

Tagesimpuls

Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt? (Mt 21,31)

Der zweite Sohn ist das Volk Israel mit seinen Repräsentanten, den Hohenpriestern und Ältesten. Das sind die Menschen, die sagen, dass sie den Willen Gottes erfüllen. Aber diese zweiten sagen das nur, doch sie erfüllen den Willen Gottes nicht. Der erste Sohn dagegen, das sind die Zöllner und die Dirnen, die Heiden, alle, die eben ausdrücklich nicht den Willen Gottes erfüllen, die den Willen Gottes vielleicht gar nicht kennen. Aber sie glauben an Jesus, und damit erfüllen sie doch den Willen Gottes.

Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt?

Jesus hatte gehofft, dass alle Menschen an ihn glauben. Aber er machte eben diese Erfahrung, dass diejenigen, die typischerweise zum Glauben prädestiniert wären, also besonders die religiösen Führer Israels, nicht an ihn glaubten, während ausgestoßene und vom Volk Israel explizit als Sünder eingestufte Menschen an ihn glaubten und ihm nachfolgten. Und so ergab es sich, dass Jesus von typischen Sündern umgeben wurde. Und das machte die Vorurteile gegenüber ihm nur noch größer. Daher sagt Jesus: „Ihr habt es gesehen, und doch habt ihr nicht bereut und nicht geglaubt.“

Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt?

Ist das heute auch so? Gibt es Menschen, die Jesus eigentlich sehr nahestehen müssten, z.B. die Priester, die weniger an ihn glauben und andere, die als Sünder eingestuft werden, die mehr an ihn glauben? Mir als Priester halten diese Worte einen Spiegel vor. Bin ich der, der nur sagt, er gehe in den Weinberg, oder bin ich der, der wirklich geht? Sicher gibt es Laien, die einen viel tieferen Glauben haben als ich, von denen ich lernen kann.

Wer von den beiden hat den Willen seines Vaters erfüllt?

Ich kann diese Worte auch auf einzelne Situationen in meinem Leben anwenden. Manchmal habe ich keine Lust, etwas zu tun, was der Wille Gottes ist. Dann kann mich dieses Evangelium motivieren, den Willen Gottes zu tun.

Gebet:

Jesus, wir alle haben wahrscheinlich etwas in uns von beiden Söhnen. Manchmal sagen wir Ja, aber tun es doch nicht. Hilf uns, zu erkennen, dass es keine größere Freude und keine größere Erfüllung geben kann für uns als deinen Willen zu tun!

Pastor Roland Bohnen

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Ein Kommentar

  1. Herr Pastor Bohnen, vielen Dank für Ihre Auslegung. Möge der Hl.Geist uns alle immer wieder gewissenhaft im Herz ansprechen, damit wir das Wort Gottes hören und es befolgen.
    Denn ohne unsere Taten, fehlt unserem Glauben der Glanz der Kindschaft Gottes. Amen 🙏

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