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Tagesimpuls

Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. (Mt 5,20)

06 Sonntag im Jahreskreis

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus
Mt 5, 17–37

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen.
Amen, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.
Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.
Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemanden tötet, soll dem Gericht verfallen sein.
Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.
Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe!
Schließ ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist! Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen.
Amen, ich sage dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.
Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen.
Ich aber sage euch: Jeder, der eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.
Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird.
Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt.
Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben.
Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.
Ihr habt gehört,
dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.
Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron, noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel seiner Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs!
Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
Eure Rede sei: Ja ja, nein nein; was darüber hinausgeht, stammt vom Bösen.

Tagesimpuls

Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. (Mt 5,20)

Wenn jemand sagen würde, im Alten Testament gäbe es Gebote, und bei Jesus gäbe es keine Gebote, dann hätte er Unrecht. Auch bei Jesus gibt es Gebote. Seine Gebote sind auf den ersten Blick sogar strenger. Aber seine Gebote sind das, was Gott eigentlich mit seinem Gesetz beabsichtigt hatte. Deshalb wird auch nichts davon aufgehoben. Seine Gebote sind Ausdruck einer großen Liebe, Liebe der Menschen untereinander und Liebe zu Gott.

Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Die Gebote Jesu können wir nur erfüllen, wenn wir frei werden. Daher erscheinen seine Gebote auf den ersten Blick strenger. Wir sind alle nicht frei und spüren, dass wir seine Gebote nicht erfüllen können. Aber Jesus ist ja gekommen, um uns zu befreien. Er will uns von der Sünde und von den Folgen der Sünden befreien. Die Folge der Sünde ist eine Gebundenheit an die Sünde, dass man sich eben nicht frei fühlt, einfach so das Gute zu tun.

Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Ohne die Erlösung, die Jesus uns schenkt, sind die Gebote einfach zu streng. Niemand kann sie halten. Paulus sagte einmal: „Alle haben gesündigt.“ Mit der Erlösung Jesu werden wir von der Sünde und von deren Folgen befreit. Dann werden die Gebote durch den Heiligen Geist in unser Herz geschrieben. Wir stellen fest, dass wir sie leben können, und dass es Freude macht. Das ist der Lebensstil im Heiligen Geist, den Jesus uns schenken will. Wir werden von der Sünde befreit und mit dem Heiligen Geist getauft! Dann beginnen wir, mit Freude in seinen Geboten zu leben, dann ist uns nichts mehr zu streng, sondern wir entwickeln in uns eine Sehnsucht, immer vollkommener zu werden in der Erfüllung seiner Gebote.

Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Jeder Christ weiß, dass dies ein dynamischer Prozess ist. Wenn wir Jesus unser Leben übergeben haben und mit dem Heiligen Geist getauft werden, dann beginnt erst der Weg der Erlösung. Wir werden immer wieder unsere Sünden im Sakrament der Versöhnung bekennen, und unser Glaube wird wachsen und reifen. Aber auch unsere Liebe wird wachsen, und so nähern wir uns immer mehr der Erfüllung aller Gebote Jesu.

Gebet:

Jesus, ich sehne mich danach, deine Gebote zu erfüllen. Wenn ich weniger Kompromisse mache, wird es leichter. Deine Liebe wirkt in mir. Deine Gebote machen mir Freude. Jesus, bitte hilf mir, allen alles zu verzeihen, damit ich ganz in der Liebe leben kann.

Pastor Roland Bohnen

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