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Tagesimpuls

Sie baten ihn, er möge ihm die Hand auflegen. (Mk 7,32)

05 Woche im Jahreskreis Freitag

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus
Mk 7, 31–37

In jener Zeit verließ Jesus das Gebiet von Tyrus und kam über Sidon an den See von Galiläa, mitten in das Gebiet der Dekapolis.
Da brachten sie zu ihm einen, der taub war und stammelte, und baten ihn, er möge ihm die Hand auflegen.
Er nahm ihn beiseite, von der Menge weg, legte ihm die Finger in die Ohren und berührte dann die Zunge des Mannes mit Speichel; danach blickte er zum Himmel auf, seufzte und sagte zu ihm: Effata!, das heißt: Öffne dich!
Sogleich öffneten sich seine Ohren, seine Zunge wurde von ihrer Fessel befreit und er konnte richtig reden.
Jesus verbot ihnen, jemandem davon zu erzählen. Doch je mehr er es ihnen verbot, desto mehr verkündeten sie es.
Sie staunten über alle Maßen und sagten: Er hat alles gut gemacht; er macht, dass die Tauben hören und die Stummen sprechen.

Tagesimpuls

Sie baten ihn, er möge ihm die Hand auflegen. (Mk 7,32)

Nachdem Jesus schon viele Menschen geheilt hatte, erkennen sie die Bedeutung des Handauflegens. Sie wissen, dass sie die Menschen zu Jesus bringen müssen, dass sie durch die Berührung mit ihm geheilt werden. Für uns ist das ein klarer Hinweis auf die Sakramente. Wir brauchen die Berührung mit Jesus, um geheilt zu werden. Darüber hinaus gibt es bei uns natürlich auch Heilungsgebete mit Handauflegen. Jesus ist ja in jedem von uns. Wenn wir einander die Hände auflegen, dann ist das auch eine Berührung mit Jesus.

Sie baten ihn, er möge ihm die Hand auflegen.

Aber im heutigen Evangelium legt Jesus dem Taubstummen gar nicht die Hände auf. Er berührt ihn auf andere Weise. Damit will Jesus zeigen, dass das Handauflegen nicht wie ein magisches Ritual verstanden werden darf. Die Heilung kommt nicht durch das Ritual, sondern durch die Kraft Gottes. Trotzdem sind Zeichenhandlungen wichtig. Aber wir müssen immer verstehen, dass wir nicht durch die Zeichenhandlung geheilt werden, sondern durch Gott. Man darf also nie sagen: „Genau das und das musst du machen!“

Sie baten ihn, er möge ihm die Hand auflegen.

Für mich ist dies ein Ansporn, Gebete mit Handauflegen oder andere Zeichenhandlungen ernster zu nehmen. Ich möchte auch die Furcht dabei verlieren, was andere über mich denken. Selbstverständlich darf es bei den Gesten niemals Grenzüberschreitungen geben. Und man muss immer erst das Einverständnis dessen erfragen, für den man beten will.

Gebet:

Jesus, du bist unser Vorbild. Du hast für Menschen gebetet, oft mit Handauflegen, aber auch mit anderen Zeichen. Manchmal hast du auch „nur“ ein Machtwort gesprochen. Wir wollen Zeichen und Rituale ernst nehmen, ohne sie magisch zu betrachten. Das Heil kommt nicht von den Zeichen, sondern von dir.

Pastor Roland Bohnen

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