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Tagesimpuls

Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. (Lk 4,28)

03 Woche der Fastenzeit Montag

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas
Lk 4, 24–30

In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen: Amen, ich sage euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt.
Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot über das ganze Land kam.
Aber zu keiner von ihnen wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon.
Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer Naaman.
Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut.
Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, und wollten ihn hinabstürzen.
Er aber schritt mitten durch sie hindurch und ging weg.

Tagesimpuls

Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut. (Lk 4,28)

Jesus bewirkt nur Gutes. Der Widersacher kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu zerstören. Diese Grundregel, die von Jesus offenbart wurde, müssen wir immer festhalten. Trotzdem sagen manche Menschen: „Seit ich begonnen habe, zu beten, ist alles nur noch schlimmer geworden.“ Hier in Nazareth scheint es auch so zu sein. Jesus beginnt zu predigen, und die Menschen werden böse. Hätte er besser nicht predigen sollen?

Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut.

Wenn Jesus nur Gutes bringt, dann kann es nicht sein, dass er Schuld daran ist, dass die Menschen böse werden. Ich glaube, es ist so: Durch die Begegnung mit Jesus wird das Böse offenbar, es kommt heraus. Und das ist der erste Schritt zur Heilung. Jesus ist wie ein Arzt, der sich die Wunde des Patienten anschaut. Dazu macht er das Pflaster ab. Und jetzt wird die Wunde sichtbar, die vorher durch das Pflaster verdeckt war. Aber es muss sichtbar werden, damit es geheilt werden kann.

Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut.

Wenn jemand also sagt, dass sein Leid schlimmer geworden ist, seit er betet, dann kann es sein, dass tief verborgene Dinge zutage treten. Aber jetzt müssen wir Glauben haben. Jesus deckt die Dinge nur auf, weil er sie heilen will. Es ist wie wenn die Polizei in einem Wald einen Übertäter sucht. Solange sie ihn nicht gefunden hat, scheint alles friedlich zu sein. Wenn sie ihn findet, widersetzt er sich vielleicht seiner Verhaftung und es gibt einen Kampf. Aber hätte die Polizei besser nicht nach ihm suchen sollen?

Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in Wut.

Ich möchte noch einen wichtigen Punkt sagen. Gott hat uns Menschen für die Gemeinschaft geschaffen. Wir brauchen Hilfe. Wir sollen uns immer Hilfe holen, wenn wir in eine Not geraten. Wir müssen nicht alle Kämpfe allein durchkämpfen. Die normalen großen Hilfen sind die Sakramente der Eucharistie und der Beichte. Aber auch die Krankensalbung ist nicht zu vergessen. Darüber hinaus gibt es Gebetsgruppen, die Heilungsgebete anbieten. Wenn ich immer zuhause bleibe, dann bekomme ich nicht die Hilfe, die ich brauche. Wer nirgendwohin gehen kann, da ist es anders. Der muss sich an die Pfarrei wenden, damit er die Krankenkommunion bekommen kann. Gott wird für jeden von uns sorgen, dass er die Hilfe bekommt, die er braucht. Man darf aber auch nicht zu wählerisch sein, indem man z.B. sagt: „Ich lasse mir nur von diesem einen Priester helfen und von niemandem sonst!“ Damit macht man sich auch vieles kaputt, und die Hilfe, die Gott vielleicht schenken möchte, lässt man nicht zu.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass wir nicht allein sind. Wenn das Böse uns angreift, dann können wir auf deine Hilfe zählen, die du uns direkt schenkst und durch die Kirche. Hilf uns, dass wir angesichts des Leids und des Bösen nicht mutlos werden. Lass uns durchhalten im Gebet und im Vertrauen auf deine Hilfe!

Pastor Roland Bohnen

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