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Tagesimpuls

Was wollt ihr? (Joh 1,38)

04 Januar

EVANGELIUM Joh 1, 35-42

In jener Zeit

35stand Johannes wieder am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm.

36Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes!

37Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus.

38Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du?

39Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.

40Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren.

41Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte – Christus.

42Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels – Petrus.

Tagesimpuls:

Was wollt ihr? (Joh 1,38)

Jesus fragt die Menschen und damit auch uns nach unserer Motivation. Wörtlich heißt es: „was sucht ihr?“ In dem Wort „suchen“ steckt unsere Sehnsucht. Jeder Mensch hat eine Sehnsucht, und durch seine Frage will Jesus uns helfen, dieser Sehnsucht auf die Spur zu kommen. Wenn wir erkennen, was unsere tiefste Sehnsucht ist, dann sind wir offener für Gott, offener für Jesus.

Was wollt ihr?

Ich glaube, dass alle Menschen eine tiefe Sehnsucht nach Liebe, nach Glück, nach einem sinnerfüllten Leben haben. Dies alles ist uns verloren gegangen, weil wir uns von Gott abgewendet haben. Nun sucht der Mensch nach Erfüllung, aber leider erkennt er nicht, dass er all das zurückbekommen würde, wenn er die Beziehung zu Gott wiederherstellen würde. Stattdessen sucht der Mensch aber auf anderen Wegen, die von Gott wegführen, die nicht wirklich glücklich machen. Aber Gott macht er für seine Misere verantwortlich, Gott sei schuld am Unglück des Menschen. Der Mensch ist sehr stark verblendet, weil er die Wahrheit nicht erkennt. Wenn er sich von Jesus helfen lassen würde, würden alle seine Sehnsüchte und Träume erfüllt, und er würde glücklich.

Was wollt ihr?

Weil der Mensch die Beziehung zu Gott nicht allein herstellen kann, ist Gott in Jesus Christus auf die Erde gekommen. Er hilft uns, diese Beziehung wiederherzustellen. Nun ist Jesus auf der Suche nach Menschen, die sich von ihm helfen lassen wollen. Die Apostel waren auf der Suche, und sie haben Jesus gefunden beziehungsweise er hat sie gefunden. Eine andere Person, die das auch verstanden hatte, war Maria Magdalena. Nach der Kreuzigung suchte sie Jesus. Als Jesus ihr begegnete, da fragte er nicht mehr: „was suchst du?“, sondern er fragte sie: „wen suchst du?“ (Joh 20,15). Sie hatte erkannt, dass das Glück in einer Person liegt, nämlich in der Person Jesu Christi.

Gebet:

Jesus, du stillst die Sehnsucht in mir, du bist die Erfüllung aller meiner Träume und Wünsche, nur durch dich kann ich glücklich werden, nur durch dich kann ich mit Liebe und Frieden erfüllt werden, nur durch dich kann ich ganz frei werden. Jesus, immer noch bin ich auf dem Weg, dies zu erkennen, und dass sich dies in meinem Leben erfüllt. Leider bin ich immer noch auf der Suche nach dem Glück auf falschen Wegen. Hilf mir, dass ich mich wie Maria Magdalena ganz auf dich konzentriere, dass ich nur noch dich suche. Du hast gesagt: „Sucht zuerst das Reich Gottes, und alles andere wird euch dazu geschenkt.“ (Mt 6,33) Ja Jesus, dich allein will ich suchen.

Pastor Roland Bohnen

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