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Tagesimpuls

Kommt her, folgt mir nach! (Mk 1,17)

01 Woche im Jahreskreis Montag

EVANGELIUM Mk 1, 14-20

14Nachdem man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, ging Jesus wieder nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes

15und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!

16Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihr Netz auswarfen; sie waren nämlich Fischer.

17Da sagte er zu ihnen: Kommt her, folgt mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen.

18Sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm.

19Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her.

20Sofort rief er sie, und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

Tagesimpuls:

Kommt her, folgt mir nach! (Mk 1,17)

Jesus sagt, dass das Reich Gottes nahe ist. Später sagt er auch einmal, dass es schon da ist.[1] Aber hier, ganz am Anfang, sagt er, dass es nahegekommen ist. Das bedeutet, dass wir noch einen Schritt machen müssen, damit es ganz bei uns ist, oder wie er es auch später anders formuliert hat: dass wir hineingehen in das Reich Gottes.[2] Ich sehe, dass es zwei Schritte sind, die wir tun müssen, um hineinzukommen: Jesus glauben und Jesus nachfolgen. Das Glauben ist ein innerer Akt. Die Nachfolge ist ein äußerer Akt, ein Aufruf zur Gemeinschaft. Es ist die Gemeinschaft, die Jesus gründet, es ist das Mitmachen in der Kirche.

Kommt her, folgt mir nach!

Wenn wir die frohe Botschaft glauben, dass wir Kinder Gottes sind, dass Jesus alle unserer Sünden abgewaschen hat durch seinen Tod und seine Auferstehung, dass er uns den vollen Zugang zum Himmel geöffnet hat, dann kommen wir in das Reich Gottes. Zu diesem inneren Glauben gehört aber notwendig auch die Nachfolge, das Eintreten in seine Gemeinschaft. Die menschlichen Beziehungen, die Jesus wiederherstellt, sind nicht zu trennen vom inneren Glaubensakt. Das wird besonders gut ausgedrückt im Sakrament der Taufe. Durch die Taufe werden die Sünden abgewaschen und wir werden Kinder Gottes. Zugleich treten wir in die Kirche ein, wir werden Teil dieser Gemeinschaft, die Jesus gegründet und gewollt hat. In dieser Gemeinschaft werden die erlösten Beziehungen sichtbar.

Kommt her, folgt mir nach!

Natürlich bleiben wir noch auf dem Weg. Weder unser Glaube an die Gotteskindschaft noch unsere Liebe zueinander sind schon vollkommen. Aber die Kirche ist der Ort, auf dem wir diesen Weg gehen. Jesus sagt, er selbst ist der Weg.[3] Die Kirche ist sein Leib, er ist das Haupt. Wenn wir den Weg in der Gemeinschaft gehen, dann bleiben wir genau auf diesem Weg, der er selbst ist. Und dann haben wir eine Chance, dass Glaube und Liebe wachsen und sich weiterentwickeln.

Gebet:

Jesus, ich danke dir, dass du mich zum Glauben an die Gotteskindschaft rufst. Ich danke dir, dass du mich rufst, Teil einer Gemeinschaft zu sein. Das ist es, wonach sich jeder Mensch sehnt. Ich danke dir, dass du mir eine Aufgabe gibst. Bei den ersten Jüngern sagtest du, sie sollen Menschenfischer sein. Ebenso hast du mir eine Aufgabe gegeben im Reich Gottes. Somit erfüllst du mein Leben mit Sinn.

Pastor Roland Bohnen

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